Die Lektorin hat sich sehr gefreut, wieder einen Debütroman im Lektorat betreuen zu dürfen.

Hanna Brutschin
Arten, auszuarten
Roman
lectorbooks
144 Seiten, Hardcover, 22 €
ISBN 978-3-907709-35-1
Yael, Lehrerin, aufgewachsen in einem christlich-fundamentalen Haushalt, kennt die Logik der Kontrolle. Sie trägt sie in sich, kämpft täglich dagegen. Zev, ihr Freund, ist das Gegenteil: ruhig, offen, geerdet.
Eines Frühlings beginnt sich bei ihm etwas zu verschieben. Ein unbändiger Hunger nach Fleisch. Zunehmende Schlaflosigkeit. Körperliche Veränderungen, die Yael nicht einzuordnen weiß: borstenähnliche Haare auf dem Rücken, hornartige Scheiben. Etwas Außerartiges.
Das Paar flieht in ein Airbnb in den Schweizer Bergen, findet dort aber keine Ruhe. Der Vermieter erzählt von der Legende des Hürzgüri, einem Wesen, das Menschen um den Verstand bringt. Dann mobilisiert sich das Dorf. Draußen warten sie mit Äxten und Heugabeln. Drinnen wartet eine Frau, die nicht mehr weiß, ob das Wesen vor ihr noch Zev ist – und ob das überhaupt eine Rolle spielt.
»Arten, auszuarten« ist ein gewagtes Debüt, das mit den Mitteln des Bodyhorrors Themen der religiösen Prägung, von Identität und der Gewalt des Normierens verhandelt. Erzählt in der Ich-Perspektive, im Präsens, aus einer engen Sicht, aus der kein Entkommen ist.
Hannah Brutschin wurde 2002 in Liestal (Kanton Basel-Landschaft) geboren. Von 2022 bis 2025 studierte sie am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Sie arbeitet als Lehrerin und Autorin und schreibt Prosa, die sich gerne an den Rändern des Realen bewegt. Hannah Brutschin lebt in Buchs (AG).