Archiv der Kategorie: Projekte

Wei Zhang, Eine Mango für Mao

Den wundervollen Roman „Eine Mango für Mao“ hat die Lektorin für den Salis Verlag lektoriert.

Die Publizistin und Dozentin Wei Zhang lebt seit 1990 in der Schweiz und hat ihren ersten Roman über das China während der Kulturrevolution auf Deutsch geschrieben. Dies und die konsequente Einhaltung der kindlichen Erzählperspektive stellten die besonderen Herausforderung bei der Arbeit am Text dar.

Wei Zhang
Eine Mango für Mao
Roman
gebunden
288 Seiten, 23,00 €
ISBN: 978-3-906195-67-4

China 1968. Kulturrevolution. Das Leben ist geprägt von materiellem Mangel und extremer Politisierung. Durch den zunächst naiv wirkenden Blick der fünfjährigen Yingying demaskiert die Autorin die Absurdität des Alltagsgeschehens. Wei Zhang gelingt mit »Eine Mango für Mao« eine zeitlose, kritische und persönliche Betrachtung von Zwischenmenschlichem in Diktaturen.

Yingying ist acht, als sie verstehen muss, dass selbst ein Konto mit einem verschwindend geringen Kindersparbetrag als Hochverrat gelten kann: Als das Pfahlhaus ihrer Großmutter Nainai enteignet wird, versucht sie, ihr Geld abzuheben – aber setzt sie damit nicht ein Signal, das ihrer Familie schadet? Privateigentum ist schließlich verboten!

Das Mädchen lebt mit ihren Eltern in einer kleinen Wohnung auf dem Areal ihrer Schule. Hier spielt sich ihr ganzes Leben ab: rivalisierende Cliquen in der Nachbarschaft, regimekritische Lehrer, der Tod des Onkels, die Mango als Kultobjekt und eine erste Liebe. Yingyings unbefangener Blick auf den Alltag in einer Diktatur entlarvt deren Absurdität. Ein großer Roman über die Menschlichkeit in totalitären Systemen.

Wei Zhang wurde während der Kulturrevolution in Chongqing, VR China, geboren. Sie studierte dort Anglistik. Seit 1990 lebt sie in der Schweiz. 2007 erschien ihr Buch »Zwischen den Stühlen: Geschichten von Chinesinnen und Chinesen in der Schweiz« im Verlag NZZ Libro. »Eine Mango für Mao« ist ihr erster Roman. Sie schreibt für das Feuilleton der NZZ, arbeitet daneben als Hochschuldozentin und gibt Kurse zu interkulturellen Themen.

Nora Gomringer/Martin Beyer (Hg.), #poesie

Wer die Lektorin kennt, weiß, dass sie so ihre Probleme mit Lyrik hat. Umso mehr Freude hatte sie beim Korrekturlesen dieser Lyrik-Anthologie für Voland & Quist Korrektur. So eine hat nämlich gefehlt – ihr zumindest …

Nora Gomringer/Martin Beyer (Hg.)
#poesie
Anthologie
mit Illustrationen von Reimar Limmer
Klappenbroschur
128 Seiten, 20,00 €
978-3-863911-97-3

Anstrengend und schwierig zu erschließen? Von wegen! Die Anthologie »#poesie« unternimmt etwas gegen den schlechten Ruf der Lyrik. Bachmannpreisträgerin Nora Gomringer und Autor Martin Beyer vereinen aufregende Stimmen der deutschen Gegenwartslyrik in einem Band. Dazu gehören bekannte Dichter, Slammer, Songwriter und Rapper. Die poetischen Texte schlagen eine Brücke zur Geschichte der Lyrik und den Texten des Schulkanons. Die Lyrik soll als nützliches »Ding« gegen die Schrecknisse der Welt, als Bereicherung des Geistes, als »transportables« Literaturgut ins Zentrum der Wahrnehmung rücken. Vorbilder sind Erich Kästners »Lyrische Hausapotheke« und Enzensbergers »Museum der modernen Poesie«.

Mit wunderschönen Illustrationen von Reimar Limmer.

Mit Texten von: Ernst Jandl, Thomas Bernhard, Peter Fox, Heinz Erhardt, Advanced Chemistry, Thomas Kunst, Rödelheim Hartreim Projekt, Thomas Brasch, Deichkind, Ilma Rakusa, Ulrike Almut Sandig, Ron Winkler, Bas Böttcher u. v. a.

Martin Beyer ist promovierter Germanist und arbeitet als Schriftsteller und Dozent für Storytelling und Kreatives Schreiben in Bamberg. 2009 erschien im Klett-Cotta Verlag sein Roman »Alle Wasser laufen ins Meer«, 2013 der Erzählband »Mörderballaden« bei asphalt & anders, für den er mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde.

Nora Gomringer hat sieben Lyrikbände vorgelegt und schreibt für Rundfunk und Feuilleton. Zuletzt veröffentlichte sie den Band »Mein Gedicht fragt nicht lange reloaded« (Voland & Quist 2015) sowie »Morbus« (2015). »Sag doch mal was zur Nacht« (2006) und »Klimaforschung« (2008) wurden ins Schwedische bzw. Französische übersetzt. Für Goethe Institut und Pro Helvetia reist sie um die (Literatur-)Welt. Sie war Poetikdozentin an den Universitäten Koblenz-Landau, Sheffield und Kiel. Sie ist Mitherausgeberin des Jahrbuchs der Lyrik 2015 (DVA). Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen sowie Aufenthaltsstipendien in Venedig, New York, Berlin, Ahrenshoop, Krems und Novosibirsk wurde ihr 2011 der Jacob-Grimm-Preis als Teil des Kulturpreises Deutsche Sprache und 2012 der Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik zuerkannt. 2015 erhielt sie den Weilheimer Literaturpreis und im Juli den Ingeborg-Bachmann-Preis. Nora Gomringer lebt in Bamberg, wo sie seit 2010 das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia leitet.

Anna Herzig, Sommernachtsreigen

Die Lektorin freut sich sehr, dass sie für Voland & Quist diese wunderschöne, kleine Novelle Korrektur lesen durfte:

Anna Herzig
Sommernachtsreigen
Novelle
gebunden
176 Seiten, 18,00 €
978-3-863912-02-4

Eine sitzen gelassene Frau, nennen wir sie Hannerl, fliegt nach Istanbul und schreibt die Geschichte einer schicksalhaften Begegnung auf: die Geschichte einer Nacht an der Haltestelle am Wiener Brunnenmarkt, mit Jägermeister im Flachmann, einem langen Gespräch, vielen verpassten Bussen – und einer großen Überraschung. Die Geschichte von zwei Männern, die am Ende weit mehr teilen, als wir uns anfangs auszumalen wagten. Es ist die Geschichte von Bertl und Pawel. Und Hannerl.

Voller Empathie für ihre liebenswerten Protagonisten und mit ausgeprägtem Sinn für Situationskomik erzählt Anna Herzig von einer Nacht, die das Leben dreier Menschen plötzlich auf null setzt.

Anna Herzig wurde 1987 als Tochter eines Ägypters und einer Kanadierin in Wien geboren, wo sie auch heute lebt. Nach mehreren Veröffentlichungen im Digitalen erscheint mit »Sommernachtsreigen« nun Herzigs erster gedruckter Roman.

Sabine Scholl, Das Gesetz des Dschungels

Und auch diesen Roman hat die Lektorin für den Secession Verlag Korrektur gelesen. Die Buchpremiere (s. u.) findet übrigens am 8. März in Berlin statt.

Sabine Scholl
Das Gesetz des Dschungels
Roman
gebunden ohne Schutzumschlag
320 Seiten, 24,00 €
ISBN 978-3-906910-29-1

In ihrem neuen Roman folgt Sabine Scholl Spuren von Österreich über London bis nach Sri Lanka. Wie Strandgut sammelt sie Geschichten und Geschichte der von Kolonialismus, Krisen und Kriegen geprägten Insel im Indischen Ozean, zieht feine Linien von Gestern zu Heute, von Hier nach Dort, vom Fremden zum Bekannten. Wer etwa wusste, dass das Deutsche Heer im Ersten Weltkrieg einen Kriegselefanten einsetzte, eine Kuh namens Jenny, die an der Front in Frankreich Holzpfosten für den Bau von Schützengräben schleppte? John Hagenbeck hatte das Tier aus dem damaligen Ceylon nach Hamburg gebracht – neben Tempeltänzerinnen, Fakiren und Schlangenbeschwörern, die ebenfalls im berühmten Zoo ausgestellt wurden.

Alles ist wahr! Und so steht im Zentrum dieses Romans auch eine wahre Begebenheit: Mit 35 Jahren lernt Veronika, alleinerziehende Krankenschwester aus der österreichischen Provinz, ihren Vater, einen Singhalesen kennen – die Mutter hatte sie über seine Identität im Unklaren gelassen. Jetzt endlich sollen sich die Löcher in ihrer Biografie schließen, endlich will sie nicht mehr nur halb sein. Doch der Vater, die andere Kultur, die Fremde lassen sich kaum greifen.
Sabine Scholl entdeckt in ihrem großartig recherchierten Roman die Nachwirkungen des historischen Kolonialismus und hält ein Brennglas über jene Stellen, wo er sich heute beinahe noch wie gestern manifestiert. Aus gefundener Geschichte und erlebten Geschichten entsteht ein prächtiges Panorama von Fremde, Fremdheit und der Sehnsucht, sie zu überwinden.

Sabine Scholl (geb. 1959, in Oberösterreich) studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften in Wien. Nach ihrer Promotion lehrte sie in Aveiro, Chicago, Nagoya und Wien. Zurzeit unterrichtet sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Ihr bisheriges Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter der Rauriser Literaturpreis, der Theodor-Körner-Preis (1992) sowie der Österreichische Förderpreis für Literatur (1995), ausgezeichnet.

Buchpremiere:
8. März, 19:30 Uhr
Ort: Galerie p98a, Potsdamer Str. 98a, 10785 Berlin (im Hinterhof links)
Der Einritt ist frei; um Anmeldung wird gebeten: veranstaltung[at]secession-verlag.com