Archiv der Kategorie: Projekte

Martin Walker, Bredouille

Bei der sehr erfolgreichen Cosy-Crime-Serie hat die Lektorin das erste Mal für den Diogenes Verlag das Übersetzungslektorat übernommen.

Foto des Buches »Bredouille« von Martin Walker, das in typischen Diogenes-Gestaltung ein Foto eines Flusses zeigt, der durch eine Grüne Landschaft fließt. Im Wasser spiegeln sich der Himmel und weiße Wölkchen, eine Brücke mit mehreren Bögen überspannt ihn. Das Buch liegt auf hellviolett blühendem Phlox. Die Lektorin hat das Übersetzungslektorat übernommen.

Martin Walker
Bredouille
Der achtzehnte Fall für Bruno, Chef de police
Aus dem Englischen von Michael Windgassen
Diogenes
384 Seiten, Hardcover, 26 €
ISBN 978-3-257-07384-3

An einem malerischen Aussichtspunkt über dem Vézère-Tal findet Bruno die Leiche von Monique, einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Auf dem Beifahrersitz drei Abschiedsbriefe, der Fall scheint klar zu sein. Doch Bruno wird ein ungutes Gefühl nicht los. Gleichzeitig verbreiten sich in Saint-Denis heimtückische Gerüchte, und schon bald steht sein Posten auf dem Spiel. Trotz allem bleibt Bruno Bruno. Er lässt sich ein köstliches Essen in aufregender weiblicher Gesellschaft nicht entgehen und macht sich daran herauszufinden, was wirklich mit Monique passiert ist.

Martin Walker, geboren 1947 in Schottland, ist Schriftsteller, Historiker und politischer Journalist. Er lebt in Washington und im Périgord und war 25 Jahre lang bei der britischen Tageszeitung ›The Guardian‹. Heute ist er im Vorstand eines Think-Tanks für Topmanager in Washington. Seine »Bruno«-Romane erscheinen in achtzehn Sprachen.

Ondřej Hübl, Der Vorhang

Eine Zeireise der anderen Art! Spannend und voll skurriler Details.
Die Lektorin hat das Übersetzungslektorat dieses tschechischen Romans für Voland & Quist übernommen.

Foto des Buches »Der Vorhang« von Ondřej Hübl. Auf dem Cover eine Flucht an rot gestrichenen Säulen, die auf eine weiße helle Fläche zuläuft; die Säulen stützen eine rohe Betondecke; rechts und links der Flucht sind weitere Säulen zu sehen – vielleicht ein Parkdeck oder eine Unterführung. Das Buch steht auf und vor einer hellen Stofffläche, rechts ragt ein heller Vorhang ins Bild, der die rechte obere Ecke des Buches verdeckt. Übersetzungslektorat

Ondřej Hübl
Der Vorhang
Aus dem Tschechischen von Daniela Pusch
Roman
Voland & Quist
400 Seiten, Hardcover, 26 €
ISBN 978-3-86391-442-4

Als die Tochter des erfolgreichen Unternehmers und Mäzens der Prager Philharmonie Josef Kaarl als vermeintliche Linksextremistin festgenommen wird, sieht dieser nur eine Chance: Sie soll erfahren, was es heißt, im Arbeiterparadies zu leben. Da kommt ihm das Angebot einer ehemaligen Filmproduktionsfirma und jetzigen Reiseagentur gerade recht: »Ausflug in den Kommunismus! Erleben Sie die Fünfzigerjahre am eigenen Leib!«

Was als harmlos inszeniertes Experiment beginnt, wird für seine Familie schnell zum Verhängnis. Die akribische Rekonstruktion der Fünfzigerjahre in der Tschechoslowakei kippt in ein beklemmendes Szenario aus Macht, Manipulation und Angst.

Ondřej Hübl, 1976 geboren, ist ein tschechischer Drehbuchautor, Texter und Schriftsteller. Gemeinsam mit Regisseur Miroslav Krobot schrieb er die TV-Serie »Zkáza Dejvického divadla« (dt. »Der Untergang des Dejvice-Theaters«), die für den Tschechischen Löwen als beste Dramaserie nominiert wurde. 2018 veröffentlichte er den Erzählband »Hod mrtvou labutí« (dt. »Wurf eines toten Schwans«). Sein Roman »Opona« (2022) zeigt sein Gespür für schwarzen Humor, Spannung und präzise Beobachtungen der Gegenwart.

Martina Caluori, Schatten der Pinus

Martina Caluori hat ein sehr lyrisches Buch geschrieben, das stark mit Verknappungen arbeitet.
Das Lektorat eines solchen Textes ist für die Lektorin immer eine besondere Herausforderung – umso schöner, wenn die Autorin und sie dann so harmonieren wie in diesem Fall.

Das Buch »Schatten der Pinus« von Martina Caluori, auf dessen weißem Cover das Foto eines weißen runden Campinganhängers zu sehen ist. Er steht in der Abenddämmerung vor einer Reihe lichter Kiefern, hinter seinen Fenstern brennt Licht, vor ihm steht ein Campingtisch mit zwei Stühlen. Das Buch liegt auf braunen Kiefernnadeln, eine hat sich auf das Buch »verirrt«. Lektorat

Martina Caluori
Schatten der Pinus
lectorbooks
Hardcover
144 Seiten, 22 €
ISBN 978-3-907709-27-6

»Schatten der Pinus« führt auf einen fast verlassenen Campingplatz irgendwo am Meer: Die alte Dame trägt das stille Gedächtnis vergangener Generationen; Phine ringt mit dem Tod von Mutter; Bo kämpft mit dem Erbe eines repressiven Glaubens. Jochen wiederum wurde von seiner Frau und den Kindern verlassen, S. und Vira erhalten eine Stimme für die Brüche durch Kriege und Konflikte.

Zwischen Kiefern (Pinus) und Gischt entfaltet sich ein Beziehungs- und Erinnerungsgeflecht, das nicht linear, sondern in zersplitterten Strömen erzählt wird. Caluoris Roman, in dem erzählerische Passagen raffiniert mit lyrischen und mehrsprachigen Einschüben vermengt werden, durchbricht traditionelle Erzählstrukturen und spiegelt das komplexe Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wider.

»Schatten der Pinus« ist ein Roman, der für ganz Europa spricht: leise, genau, unerbittlich. In der Auseinandersetzung mit Themen wie Heimatlosigkeit, Mutterfiguren, Vatererbe, Migration und der Mehrsprachigkeit in Erinnerung und Sprache spiegelt er die globalen Umbrüche unserer Zeit.

Martina Caluori lebt als Lyrikerin und Autorin in der Schweiz. Nach einem Studium der Publizistik und Filmwissenschaften debütierte sie 2019 mit dem Lyrikband »Frag den Moment«, gefolgt von Mundartlyrik für »Öpadia: A Novella us Graubünda« (2021) und 2022 von ihrem Kurzprosadebüt »Weisswein zum Frühstück«. 2023 erschien ihr Gedichtband mit Audiowerk »Ich weine am liebsten in Klos« (beide lectorbooks). Für ihren Debütroman »Schatten der Pinus« wurde sie mit dem Literarischen Werkbeitrag der Stadt Chur sowie mit dem Grossen Werkbeitrag des Kantons Graubünden ausgezeichnet.

Alisha Gamisch, Parasiti

Und auch bei diesem Frühjahrstitel von Voland & Quist hat die Lektorin das Korrektorat übernommen …

Das Buch »Parasiti« von Alisha Gamisch, auf dessen Cover eine pink-schwarzes Geschling, eventuell eine Pflanze oder ein Wesen mit so etwas wie Tentakeln, zu sehen ist, liegt in ein grau-weißen sehr flauschigen Schal und wird von allen Seiten von dessen Fransen »bedroht«.

Alisha Gamisch
Parasiti
Roman
Voland & Quist
Hardcover
240 Seiten, 24 €
ISBN 978-3-86391-466-0

Ein Brief sorgt für Aufruhr im Leben von Rina, ihrer Tante Valli und ihrer Großmutter Lydia: Von einem Tag auf den anderen verstummt die Großmutter. Rina beginnt, Fragen zu stellen – und bringt gegen alle Widerstände ein Gespräch zwischen den Generationen in Gang. Denn sie ahnt, dass sie von ihrer Familie nicht nur die eckige Figur und die Vorliebe für Vorabendserien geerbt hat, sondern auch ihre Ängste und Unsicherheiten.

Zwischen Novosibirsk der 1960er-Jahre und dem Fürstenfeldbruck einer nahen Gegenwart folgt Alisha Gamisch in ihrem Debütroman den Lebenswegen dreier russlanddeutscher Frauen.

Alisha Gamisch studierte in München und London Anglistik und Germanistik und lebt heute in Berlin. Ihr erster Gedichtband »Lustdorf« (Verlagshaus Berlin, 2020) wurde vom Haus für Poesie zu den besten Lyrikdebüts des Jahres gewählt. 2022 erhielt sie den Nora-Pfeffer-Preis für Lyrik des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland, 2023 war sie Stipendiatin der Romanwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin. Sie ist Gründungsmitglied des feministischen Vereins Wepsert e. V. sowie Mitkuratorin und Moderatorin der Lesungs- und Diskussionsreihe »PostOst-Café« im Maxim Gorki Theater Berlin. Seit 2025 ist sie Teil der literarischen Girlband No Scribes. »Parasiti« ist ihr Debütroman.