Archiv der Kategorie: Projekte

Benedikt Feiten, So oder so ist das Leben

Auch bei diesem Roman hat die Lektorin für Voland & Quist das Korrektorat übernommen.

Benedikt Feiten
So oder so ist das Leben
Roman
gebunden
288 Seiten, 22 €
ISBN 978-3-86391-222-2

Der große Anton Lobmeier raucht eigentlich nur noch aus einem Grund. Er raucht, damit er weiß, was er als Nächstes tut. Wenn sich seine Freundin von ihm getrennt hat. Wenn sein Vater anruft, um ihm zu sagen, dass seine Mutter gestorben ist. Wenn die Polizei ihm mitteilt, dass seine beste Freundin verschwunden ist. Er raucht, damit er dann nicht verloren ist. Er zündet die krumme Zigarette an. Er zieht und inhaliert tief. Anton Lobmeier weiß, was er tut, wenn seine Welt Risse bekommt.

Benedikt Feiten wurde 1982 in Berlin geboren und lebt in München. Er ist mit dem Literaturstipendium der Stadt München ausgezeichnet worden. Nach dem Studium der Amerikanischen Literatur hat er seine Doktorarbeit über Musik in den Filmen von Jim Jarmusch geschrieben und an der Ludwig-Maximilians-Universität unterrichtet. Neben seiner Arbeit als Kulturjournalist und Redakteur ist er Trompeter und Cellist bei der Band »my boys don‘t cry«.

Tereza Semotamová, Im Schrank

Die Leipziger Buchmesse mit dem diesjährigen Gastland Tschechien naht. Mit ihr trudeln die letzten Belegexemplare bei der Lektorin ein. Diesen Roman hat die Lektorin für Voland & Quist Korrektur gelesen.

Tereza Semotamová
Im Schrank
(OT: Ve skříni)
Roman
Aus dem Tschechischen von Martina Lisa
gebunden
288 Seiten, 22,00 €
ISBN 978-3-86391-224-6

Eine junge Frau zieht in einen Schrank. Ausgedient und knarzig steht er in einem Prager Hinterhof, der Winter naht. Es ist ihr Raum. Und es ist der radikale Entschluss, sich allen Zwängen und auch aller Geborgenheit zu entziehen, das Resultat zu vieler missglückter Anpassungsversuche. Wir lesen von Brüchen und Ausbrüchen, von toxischen Lieben und merkwürdigen Therapiesitzungen.
Feinsinnig und mit viel Humor erzählt Tereza Semotamová von der absurden Suche nach dem eigenen Weg in einer Welt, in der niemand mehr genau weiß, wo es eigentlich langgeht.

Tereza Semotamová (geb. 1983) ist Autorin, Publizistin, Übersetzerin. Sie studierte Germanistik und Drehbuch, schreibt Hörspiele, Features und Kolumnen, übersetzt deutschsprachige Literatur ins Tschechische, unterrichtet und arbeitet für die deutsch-tschechische Plattform já-du. Der Roman „Leben im Schrank“ ist ihr erster eigener Roman, Auszüge wurden in der Anthologie „Die letzte Metro“ (Voland & Quist 2017) erstmals auf Deutsch publiziert.

Louis Bertrand, Nummer 85250

Für die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt hat die Lektorin das Übersetzungslektorat aus dem Französischen dieses Zeitzeugenberichts aus dem Konzentrationslager Buchenwald – Außenkommando Langenstein-Zwieberge übernommen. Es war ihr eine Ehre!

Das Buch ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen.

Louis Bertrand
Nummer 85250
Konzentrationslager Buchenwald – Außenkommando Langenstein-Zwieberge
Erinnerungen / Témoignage
Schriftenreihe Biographien, Erinnerungen, Lebenszeugnisse, Band 6
(dt./frz.)
Aus dem Französischen von Winnie Bennedsen
328 Seiten, 16,00 €
ISBN 978-3-96311-097-9

Louis Bertrand (1923–2013) ist während der deutschen Besatzung Frankreichs Mitglied der geheimen Pfadfinderschaft in Belfort, die in Verbindung zur Résistance steht. 1944 wird er festgenommen und in das KZ Buchenwald verbracht, ab September 1944 ist er bis zu seiner Befreiung im Außenlager Langenstein inhaftiert. In seinen 2005 in Frankreich erschienen Erinnerungen schildert er die damaligen Ereignisse. Erstmals liegt nun sein aufrüttelnder Bericht in deutscher Übersetzung vor.

Janice Pariat, Ein Herz mit neun Kammern

Auch für diesen Frühjahrstitel aus dem Secession Verlag hat die Lektorin das Korrektorat übernommen:

Janice Pariat
Ein Herz mit neun Kammern
(OT: The Nine-Chambered Heart)
Roman
Aus dem Englischen von Malte F. Rauch
Gebunden ohne Schutzumschlag
190 Seiten, 20,00 €
ISBN 978-3-906910-57-4

Neun Personen erinnern sich an eine junge Frau – dieselbe junge Frau –, die sie geliebt haben oder die sie geliebt hat. Sie ist der abwesende Mittelpunkt dieses Romans, das Gravitationszentrum, um das die neun Ich-Erzähler kreisen, ohne ihm wirklich nah zu kommen, das Du, in dem sich immer auch das Ich spiegelt. Ob es der Kunstlehrer, der erste Freund, die Kommilitonin oder der verheiratete, ältere Liebhaber ist, jeder sieht nur einen Teil, eine Facette der jungen Frau. Neun Perspektiven, neun Stimmen zwischen Asien und Europa, in namenlosen und doch vertrauten Städten, die einander überlagern, sich ergänzen und sogar widersprechen und die erst im mehrstimmigen Chor vom Leben der Protagonistin erzählen können, von ihrer Erziehung des Herzens.
Ein Herz mit neun Kammern“ ist der Blick in ein Kaleidoskop, in dem das Objekt der Begierde immer wieder anders, in einem Moment blendend real und greifbar erscheint und es im nächsten Moment wieder verdunkelt und verschwimmt. Janice Pariats Roman handelt von der vielschichtigen Identität, davon dass andere uns nie ganz sehen, nur Fragmente, und davon, dass wir dazu neigen, zu dem zu werden, was andere von uns wahrnehmen.

Janice Pariat (geb. in Jorhat im indischen Bundesstaat Assam) hat Englische Literatur in Delhi und in London Kunstgeschichte studiert. 2010 gründete sie das Online-Literaturmagazin Pyrta. Für ihren ersten Erzählband „Boats on Land“ und für ihren Debütroman „Seahorse“ wurde sie mit Preisen ausgezeichnet. Nach längeren Aufenthalten in England und Italien lehrt sie in Neu-Delhi Kunstgeschichte und Kreatives Schreiben. „Ein Herz mit neun Kammern“ ist ihr zweiter Roman und wurde in sechs Sprachen übersetzt.