Archiv des Autors: Kristina Wengorz

Svetlana Lavochkina, Puschkins Erben

Bei diesem Roman voller seltsamer Figuren hat die Lektorin für Voland & Quist das Korrektorat übernommen.

Svetlana Lavochkina, Puschkins Erben, Cover, KorrektoratSvetlana Lavochkina
Puschkins Erben
(OT: Zap)
Roman
Aus dem Englischen von Diana Feuerbach
Gebunden
368 Seiten; 24 €
ISBN: 978-3-863912-42-0

Juni 1820: Alexander Puschkin, auf dem Weg in die Verbannung, verliert beim euphorischen Bad im wilden Dnjepr bei Zaporoschje, einem langweiligen ukrainischen Nest, seinen wertvollen Türkisring und bekommt starkes Fieber. Neun Monate später bekommt die Wirtin des ihn beherbergenden Gasthauses ein Kind.

31. Dezember 1976, Zaporoschje: Die Familie Katz feiert in großer Runde Silvester, selbst die über Hemingway promovierende Alka hat den langen Weg aus Moskau auf sich genommen. Doch sie ist mal wieder enerviert ob der provinziellen Rückständigkeit ihrer Verwandten, einzig der schöne Schwarzmarktkaufmann Mark aus Odessa scheint sich abzuheben vom familiären Pöbel. Schließlich nutzt Möchtegernpoet Josik, Ehemann von Alkas Cousine Rita, die Gelegenheit, Mark seine neueste bahnbrechende Entdeckung zu verkünden: Die Familie stammt vom großen russischen Dichter Alexander Puschkin ab!

Svetlana Lavochkina erzählt die Geschichte der schillernden jüdischen Familie Katz – von verbotener Liebe, frommer Literaturverehrung und Selbstbehauptung angesichts einer profanen sowjetischen Realität.

Svetlana Lavochkina ist Autorin sowie Übersetzerin ukrainischer und russischer Lyrik. Geboren und aufgewachsen in der östlichen Ukraine, lebt sie heute mit ihrer Familie in Leipzig, wo sie als Kolumnistin und Lehrerin arbeitet. Lavochkina schreibt auf Englisch, ihre Texte wurden bisher in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien in den USA und Großbritannien veröffentlicht. 2013 wurde ihre Novelle »Dam Duchess« mit dem Pariser Literaturpreis ausgezeichnet. Der Roman »Puschkins Erben« stand 2015 auf der Shortlist vom Tibor Jones Pageturner Preis in London.

Nora Gomringer/Reimar Limmer, Monster – Morbus – Moden

„Monster – Morbus – Moden“ vereint Gedichte von Nora Gomringer aus drei bereits erschienenen Bänden. Die Lektorin hat sie für Voland & Quist noch einmal Korrektur gelesen.

Nora Gomringer, Monster, Morbus, Moden, Cover, Foto Belegexemplar, KorrektoratNora Gomringer/Reimar Limmer
Monster – Morbus – Moden
BUCH + CD
mit einem Vorwort von Clemens J. Setz
gebunden
176 Seiten; 26 €
ISBN: 978-3-863912-45-1

Nora Gomringers Trilogie der Unsichtbarkeiten und Oberflächen vereint die drei Bände „Monster Poems“, „Morbus“ und „Moden“ und bietet moderne Anthropologie im wahrsten Sinne: Menschenkunde. Nora Gomringer beleuchtet das Allzu-Menschliche in ihrem Schreiben, das sehr viel Witz, kluge Pointe und lakonische Schärfe enthält. Sie spielt mit der Oberfläche und liebt das Unsichtbare, zieht ihre Schlüsse, bewegt mit Texten, die trösten und wachrütteln. Sie spricht sich in den drei Bänden für radikalen Humanismus, für Poesie und Lebenshunger, für Zartheit und Zärtlichkeit aus. „Monster – Morbus – Moden“ ist auch Zeugnis der gelungenen Zusammenarbeit zwischen Grafiker Reimar Limmer und Nora Gomringer bei Voland & Quist. Seit über zehn Jahren arbeiten sie zusammen und verbinden Wort und grafische Gestaltung.

Nora Gomringer hat zahlreiche Lyrikbände vorgelegt und schreibt für Rundfunk und Feuilleton. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen sowie Aufenthaltsstipendien in Venedig, New York, Ahrenshoop, Nowosibirsk und Kyoto wurde ihr 2012 der Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik zuerkannt, 2015 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2019 war sie Max-Kade-Professorin des Oberlin College and Conservatory in Ohio. Nora Gomringer lebt in Bamberg, wo sie das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia als Direktorin leitet.

Reimar Limmer, geboren 1976, studierte 2000–2005 Visuelles Kommunikationsdesign mit den Schwerpunkten Grafik-Design, Illustration und Typografie an der FH Würzburg. Seitdem ist er als freier Grafiker für diverse Agenturen und Einrichtungen vor allem im Kulturbereich tätig. Reimar Limmer lebt und arbeitet zurzeit in Bamberg.

Shobha Rao, Mädchen brennen heller

Die Lektorin freut sich sehr über das Erscheinen dieses Buches, bei dem sie das Übersetzungslektorat für Elster & Salis übernommen hat.

Shoba Rao, Mädchen brennen heller, Cover, Belegexemplar, Übersetzungslektorat, LektoratShobha Rao
Mädchen brennen heller
(OT: Girls Burn Brighter)
Roman
Aus dem amerikanischen Englisch von Sabine Wolf
Gebunden
384 Seiten; 24 €
ISBN: 978-3-906903-12-5

Purnima und Savita sind arm, und sie sind Mädchen – keine guten Voraussetzungen für ihre Zukunft.

Nach dem Tod ihrer Mutter hat die 16-jährige Purnima wenig Hoffnungen: Sie muss sich um ihre Geschwister kümmern, während ihr Vater sie unbedingt verheiraten will. Als die ein Jahr ältere Savita in den Haushalt kommt, um an einem der Sari-Webstühle zu arbeiten, ist Purnima fasziniert von ihrer Leidenschaft und Unabhängigkeit und beginnt, sich ein Leben jenseits einer Zwangsehe vorzustellen. Doch Savita wird das Opfer einer verheerenden Gewalttat und flieht aus dem Dorf. Bald lässt auch Purnima alles hinter sich, um ihre Freundin wiederzufinden. Die Suche führt sie auf eine erschütternde Reise, in die dunkelsten Winkel der indischen Unterwelt, bis in die USA.

Der Roman wechselt zwischen den Perspektiven der jungen Frauen, während die Wendungen des Schicksals unerbittlich zu sein scheinen. Allein die Freundschaft hilft ihnen, die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben aufrechtzuerhalten.

In einer atemberaubenden Prosa erzählt Shobha Rao von den drängendsten Problemen, mit denen Frauen heute nicht nur in Indien konfrontiert sind: Armut, häuslicher Missbrauch, Misogynie, Zwangsehe. Ein Roman von tiefer Menschlichkeit und eine bewegende Meditation über die Freundschaft. Unvergesslich.

Shobha Rao emigrierte im Alter von sieben Jahren mit ihrer Familie aus Indien in die USA und lebt heute in San Francisco. Sie arbeitete lange als Rechtsanwältin im Bereich häuslicher Gewalt und vertrat insbesondere Opfer mit Migrationshintergrund. Raos Debütroman »Mädchen brennen heller« (»Girls Burn Brighter«, 2018) rangierte in den führenden Bestenlisten der USA. Zuvor erschien ihr Band mit Kurzgeschichten (»An Unrestored Woman«, 2016). Shobha Rao ist Preisträgerin des Katherine-Anne-Porter-Preises und wurde von T. C. Boyle für die Anthologie »The Best American Short Stories 2015« ausgewählt.

Serge Joncour, Lehn Dich an mich

Bei dem ersten ins Deutsche übersetzten Roman von Serge Joncour, der jetzt im Secession Verlag erscheint, hat die Lektorin das Korrektorat übernommen.

Serge Joncour, Lehn dich an mich, Coverfoto Belegexemplar, KorrektoratSerge Joncour
Lehn Dich an mich
(OT: Repose-toi sur Moi)
Roman
Aus dem Französischen übersetzt von Paul Sourzac
Gebunden ohne Schutzumschlag
368 Seiten; 24 €
ISBN 978-3-906910-64-2
Lieferbar ab 26. August 2019

Aurore gehört der Pariser Oberschicht an. Sie ist Modedesignerin, stets elegant, und mit einem erfolgreichen amerikanischen Unternehmer verheiratet. Auf den ersten Blick führt sie ein gelungenes Leben als Unternehmerin, Künstlerin und Mutter. Doch als sie ahnt, dass ihr Geschäftspartner sie hintergeht, und gleichzeitig die beiden Tauben im Innenhof ihres Pariser Wohnhauses von zwei Raben vertrieben werden, liest sie das als böses Omen für die Zukunft. Angst und das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren, erfassen sie.

Ludovic, ein ehemaliger Landwirt und Hüne von einem Mann, wohnt in einer kleinen schäbigen Wohnung, die auf denselben Innenhof hinausgeht. Er hat den Tod seiner Frau nicht verwunden und ist nach Paris geflüchtet, wo er als Schuldeneintreiber Arbeit findet. Die soziale Kälte und die Armut, der er als solcher täglich begegnet, bedrücken ihn zusätzlich.

Zwischen beiden entspinnt sich eine unwahrscheinliche und diskrete Liebesgeschichte, die beide aus ihren Gewohnheiten reißt.

Serge Joncourt, geboren 1961 in Paris, brach sein Philosophiestudium ab, um Schwimmprofi zu werden. Er arbeitete als Schwimmlehrer, Zeitungsjunge, Koch und Redakteur für Werbetexte. 1998 publiziert er seinen ersten Roman, »Vu«, der ihn auf Anhieb in die ersten Reihen der französischen Gegenwartsautor*innen katapultierte. Seine Romane gewannen zahlreiche Preise, zwei von ihnen wurden verfilmt.