Ivana Sajko, Jeder Aufbruch ist ein kleiner Tod

Die Lektorin hat auch bei dem neuen Roman von Ivana Sajko das Korrektorat für Voland & Quist übernommen.

Das Buch »Jeder Aufbruch ist ein kleiner Tod« von Ivana Sajko ist schwarz mit silberner Schrift; vor schwarzem Hintergrund, daneben eine rote Rose und zwei einzelne rote Rosenblätter, Korrektorat

Ivana Sajko
Jeder Aufbruch ist ein kleiner Tod
Roman
Aus dem Kroatischen von Alida Bremer
Voland & Quist
Hardcover
180 Seiten, 22 €
ISBN 978-3-86391-345-8

Ein Mann sitzt im Zug, auf der Reise von einem kleinen Ort irgendwo an der südlichen Küste Europas nach Berlin. Im Takt der ratternden Räder lässt er seinen Gedanken freien Lauf. Er erzählt eine Geschichte über die Unmöglichkeit eines erfüllten Lebens, gesellschaftlichen Aufstiegs und über die Hoffnung, beides doch zu erreichen. Das Ergebnis: ein Porträt eines Schriftstellers, der tief in unserer Epoche verwurzelt ist, einer Zeit, in der Grenzen und Grenzerfahrungen zum Alltag gehören und in der die Liebe als unmöglich und dennoch als letzte Rettung anmutet.

Ivana Sajko legt eine furiose Erzählung vor, in der bittere Realität und Optimismus aufeinandertreffen – und Hoffnung aufkommen lassen. Meisterhaft übersetzt von Alida Bremer.

Ivana Sajko, geboren 1975 in Zagreb/Kroatien, ist Autorin und Theaterregisseurin. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Literatur, Performance und Musik und ist Autorin von vier von der Kritik gepriesenen Romanen und mehreren politischen Theaterstücken. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter den Chevalier de l’Ordre des Arts et Lettres. Bei Voland & Quist sind »Liebesroman« sowie »Familienroman« erschienen, beide übersetzt von Alida Bremer. 2018 wurde Ivana Sajko gemeinsam mit Alida Bremer für »Liebesroman« mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt ausgezeichnet.

Christian Meyer, Flecken

Die Lektorin hört häufig die Musik, die in den Texten erwähnt wird, mit denen sie arbeitet. Bei diesem Korrektorat ist es ihr, nun ja, eher schwerer gefallen:

Das Buch »Flecken« von Christian Meyer auf gestreiftem Geschenkpapier, das exakt die knallbunten Farben des Covers aufnimmt, Korrektorat

Christian Meyer
Flecken
Roman
Voland & Quist
Hardcover
300 Seiten, 24 €
ISBN 978-3-86391-317-5

»Der DJ sind bei den Neunzigerpartys die Bravo Hits 5 bis 22, abgespielt im Random-Modus des Sony-CDP-CX455-400-fach-CD-Wechslers. Der Dancefloor ist der Bereich vor den Toiletten, über den Dagmar ein Stroboskop und drei farbige Scheinwerfer gehängt hat.«
Christian Meyer, Flecken

Erik hält nichts von Sex. Immer wieder stolpert er in absurde Situationen und über seine Männlichkeit sowie die Erwartungen daran. Aber damit kommt er klar. Er nimmt die übersexualisierte Gesellschaft als unterhaltsames Schauspiel wahr, in dem er nur Beobachter ist. In seiner eigenen Welt geht es ihm gut, und daran soll auch der Tod seiner Sandkastenfreundin Neele nichts ändern. Die unfreiwillige Rückkehr in den tristen Provinzort seiner Jugend, den alle nur den »Flecken« nennen, zieht ihn allerdings zurück in seine Vergangenheit und zwingt ihn aus seiner Komfortzone. Plötzlich bekommt Erik Antworten auf Fragen, die er sich nie gestellt hat. Die Wahrheit wird zu einer Entscheidung und die Einzige, die den Mut hatte, sie zu treffen, ist tot.

Ein wilder, tragikomischer Roman über Wahrnehmung und Realität, platonische Liebe und Leidenschaft, Reden und Schweigen und die Peinlichkeit der Männlichkeit.

Christian Meyer, geboren 1982 in Lüneburg, studierte Germanistik, Soziologie und Geschichte in Leipzig, arbeitet für Bühne und Bildschirm und lebt auf einem Campingplatz in der Elbmarsch. Zusammen mit Julius Fischer ist er auch musikalisch unterwegs. »Flecken« ist sein erster Roman.

Frank Rudkoffsky, Mittnachtstraße

Auf dieses Korrektorat hatte sich die Lektorin sehr gefreut, nachdem sie bereits Frank Rudkoffskys »Fake« Korrektur lesen durfte:

Das Buch Frank Rudkoffsky, Mittnachtstraße, vor einem in der Erde steckenden Spaten, im Hintergrund liegt eine Schaufel, Korrektorat

Frank Rudkoffsky
Mittnachtstraße
Roman
Voland & Quist
Hardcover
270 Seiten, 24 €
ISBN 978-3-86391-336-6

Eigentlich zählte sich Malte immer zu den Guten. Nun aber hat sich der Familienvater selbst ins Exil verbannt und versteckt sich ausgerechnet an dem Ort, den er am meisten verachtet: im verwahrlosten Kleingarten seines eigenen Vaters. Der Job als Journalist hat ihn ausgebrannt, die Ehe steckt in einer Krise, und sein Sohn schimpft ihn bloß noch einen Heuchler. Noch schwerer wiegt jedoch etwas anderes: Um sich vor der Verantwortung für seinen cholerischen, demenzkranken Vater zu drücken, hat Malte sich auf einen fragwürdigen Deal eingelassen – mit katastrophalen Folgen.

Ein Roman über das durchsickernde Gift toxischer Männlichkeit von einer Generation zur nächsten und einen Mann, der erst unter Schmerzen lernen muss, was es heißt, wirklich Verantwortung zu übernehmen – als Vater, als Partner, als Sohn.

Frank Rudkoffsky, geboren 1980 in Nordenham, lebt als Autor, freier Journalist und Literaturblogger in Stuttgart. Bis 2017 war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift ]trash[pool. Sein zweiter Roman »Fake« (Voland & Quist) war 2019 für den Hotlist-Preis nominiert und wurde vom Land Baden-Württemberg 2021 durch ein Jahresstipendium für Literatur ausgezeichnet. Auf seinem Blog www.rudkoffsky.com schreibt er über Gegenwartsliteratur.

Olivia Kuderewski, Haha Heartbreak

Taschentücher, Kuscheldecke, heißer Kakao?
Champagner, neue Frisur, ausgehen und tanzen?
Was tut ihr bei Liebeskummer?
Die Protagonistin dieses Romans geht ihre eigenen Wege – und die Lektorin hat das Buch Korrektur gelesen.

Olivia Kuderewski, Haha Heartbreak, Korrektorat; das Buch auf einer Kuscheldecke, drumherum zerknüllte Taschentücher und eine Tempo-Packung.

Olivia Kuderewski
Haha Heartbreak
Roman
Voland & Quist
Hardcover
160 Seiten, 22 €
ISBN: 978-3-863913434 XXX

Erscheint am 15. September 2022

Trennungen sind scheiße. Die Liebe des Lebens verwandelt sich plötzlich in ein Monster, man heult schon zum Frühstück, trinkt täglich, blockiert und entblockiert, gibt Socken zurück, macht Umwege, um die Zigaretten woanders zu kaufen, shapt seinen Body und hört plötzlich doch auf die Ratschläge der Mutter. Man panzert sich, legt sich eine solide Schicht Gefühlskälte zu, Teflon quasi, aber irgendwann kriegt die Risse! Also schon wieder verliebt, wie ein Goldfisch, nichts gelernt, dann das bisschen schöne, neue Zeit, bis man sich gegenseitig wieder auf den Sack geht und merkt, dass man auch diesmal von Anfang an nicht zusammengepasst hat, und dann, schon wieder, gleiches Problem.Tragisch, lustig, herzzerreißend – dieser Roman schleift einen mit Tempo durch Tränentäler, Ablenkungsmanöver, missratene Dates, Nähe-Distanz-Probleme, kosmische Orgasmen und Vernichtungsfantasien, kurz: eine ganz normale Trennung.

Olivia Kuderewski, 1989 geboren, hat vergleichende Literaturwissenschaft in Augsburg und Sevilla und literarisches Schreiben in Hildesheim studiert. Sie lebt in Berlin und arbeitet unter anderem als freie Sachbuch-Lektorin. Ihr Debütroman »Lux« wurde 2021 mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis ausgezeichnet.