J. J. Voskuil, Das Büro, Band 2: Schmutzige Hände

Heiß ersehnt und lang erwartet: der zweite Band von „Das Büro“ ganz frisch aus der Druckerei!

Cover_Voskuil_Schmutzige HändeDas Büro, Band 2: Schmutzige Hände
J. J. Voskuil
a. d. Niederländischen v. Gerd Busse
mit einem Nachwort v. Pieter Steinz
Leinen mit Lesebändchen
688 Seiten
Preis: 29,00 €
ISBN: 978-3-95732-007-0

Wie ein langer, ruhiger Fluss plätschern im Amsterdamer Büro für Volkskunde die Jahre 1965 bis 1972 dahin: die Zeit der Studentenrevolte und des revolutionären Aufbruchs. Doch davon ist im Büro selbst nicht viel zu spüren. Nicht einmal ein Umzug bringt merkliche Veränderungen – nachdem die unvermeidlichen Raumverteilungskämpfe erst einmal ausgefochten sind. Man werkelt weiterhin still vor sich hin – oder tut lieber gleich gar nichts.

Der frühere Direktor Beerta kommt auch nach seiner Pensionierung noch täglich zur Arbeit, um sich der Wissenschaft zu widmen, was in seinem Falle vor allem bedeutet: Briefe zu schreiben und sich bei Konflikten auf die Seite des voraussichtlichen Siegers zu schlagen. Maarten und Nicolien Koning beziehen eine hochherrschaftliche Mietwohnung an der Herengracht und schämen sich für ihren neuen Luxus. Das Büro wächst derweil – und die Probleme wachsen mit, etwa in Gestalt der beiden neuen „wissenschaftlichen Beamten“ Ad Muller und Bart Asjes: ewig „krank“ der eine, ein Quertreiber der andere, personelle Totalausfälle beide. Und auch mit dem Großprojekt des „Europäischen Atlas“ läuft es gar nicht gut

„Das Büro“ („Het Bureau“) war in den Niederlanden mit über 400.000 verkauften Exemplaren ein Riesenerfolg. Auch hierzulande wurde Band 1 (erschienen im Verlag C. H. Beck) begeistert aufgenommen.

Ich lese Voskuil wahnsinnig gern, und zugleich wird mir schwindlig bei der Vorstellung, ich müsste selbst ein solches Werk schreiben. Es ist eine fast übermenschliche Leistung – mein Kompliment!
Gerbrand Bakker

„Das Büro“ lässt kein Auge trocken – man weiß allerdings nicht, ob vor Lachen oder vor Weinen.
 Iris Berben

Johannes Jacobus Voskuil, geboren 1926 in Den Haag, war ein niederländischer Volkskundler. Bereits 1963 veröffentlichte er seinen ersten Roman, doch zur Berühmtheit der niederländischen Literatur wurde er erst mit dem Romanwerk „Das Büro“, dessen erster Teil 1996 und dessen letzter 2000 erschien. 2008 starb Voskuil in Amsterdam.

Henrik Tikkanen, Brändövägen 8 Brändö. Tel. 35

Der Finnland-Titel des Verbrecher Verlags:

Cover_Tikkanen_BrändövägenBrändövägen 8 Brändö. Tel. 35
Henrik Tikkanen
a. d. Schwedischen und mit einem Nachwort versehen v. Karl-Ludwig Wetzig
Leinen mit Leseband, 152 Seiten
Preis: 22,00 €
ISBN: 978-3-95732-014-8

„Brändövägen 8 Brändö. Tel. 35“ – ein Titel, der aus einer finnischen Adresse und einer Tele­fonnummer besteht, was sagt der schon? Brändö (finn. Kulosaari) ist eine kleine Insel im Stadtgebiet von Helsinki, die 1907 von reichen schwedischsprachigen Kaufmannsfamilien nach dem Vorbild englischer Gartenstädte als Villenvorort angelegt wurde, „für gebildete Schwe­disch sprechende Menschen aus gutem Haus und ohne finanzielle Sorgen”, wie es in Henrik Tikkanens Roman heißt.

„In echt finnlandschwedischem Geist hatte man sich in einer Festung eingeigelt und die zu­nehmend unappetitlichere Wirklichkeit ausgesperrt.“ Hier wächst der mit dem Autor identische Ich-Erzähler auf; Vater Architekt, Mutter Tochter eines Bonbonfabrikanten, Großvater Profes­sor für Kunstgeschichte. Der Roman erzählt „eine gruselige Geschichte über vorzeitigen Tod, Unheil, Unzucht und Schnaps“, wie bereits der erste Satz des Buches verspricht.

Henrik Tikkanen beweist dabei seine stilistische Prägnanz und seinen durch und durch grimmi­gen Witz. „Brändövägen 8 Brändö. Tel. 35“ ist ein Klassiker der schwedischsprachigen Litera­tur Finnlands, eine schonungslose Abrechnung mit der Oberschicht Helsinkis – und mit dem eigenen Leben.

Henrik Tikkanen, 1924 in Helsinki geboren, war in den 70er- und frühen 80er-Jahren einer der bekanntesten Karikaturisten Nordeuropas. Zugleich war er einer der renommiertesten Autoren Finnlands, seine „Adressbücher-Trilogie“ – „Brändövägen 8 Brändö. Tel. 35“ (1975), „Bävervägen 11 Hertonäs“ (1976) und „Mariegatan 26 Kronohagen“ (1977) – war ein großer Erfolg. 1963 heiratete er Märta Tikkanen, die Frauenrechtlerin und Vorkämpferin der Emanzipation in Finnland, die mit ihrem Buch „Wie vergewaltige ich einen Mann?“ auch in Deutschland einen großen Erfolg feierte. Das Ehepaar breitete sein bürgerliches Privatleben in mehreren Büchern aus, so stellte Märta ihren Mann etwa in dem Versroman „Liebesgeschichte des Jahrhunderts“ (1978) schonungslos als Trinker bloß, wofür er sich nach Kräften revanchierte. Märta punktete durch Offenheit, Direktheit und berechtigte Anklagen gegen die patriarchalen Verhältnisse, Henrik bestach durch seine Fähigkeit, fast aus jedem Satz einen blitzenden Aphorismus zu machen. 1984 starb Henrik Tikkanen in Helsinki an Leukämie.

Hans Schweikart, Es wird schon nicht so schlimm!

Die Lektorin hat das Programmbuch für die Badische Landesbühne (links) lektoriert – die Buchhandelsausgabe (rechts) erscheint im Verbrecher Verlag: Hans Schweikarts großartige, aber bislang unveröffentlichte Filmerzählung „Es wird schon nicht so schlimm!“ mit einem kenntnisreichen Nachwort von Wolfgang Jacobsen und Rolf Aurich.

Cover_Schweikart_Es wird schon nicht so schlimm!Es wird schon nicht so schlimm!
Hans Schweikart
Herausgegeben v. Carsten Ramm
Mit einem Nachwort von Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen
Broschur, 120 Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-95732-063-6

Die Schauspielerin Lilly Hollmann und ihr Kollege Gregor Maurer werden Anfang 1933 ein Paar. Und das, obschon Lilly sich eigentlich für einen anderen interessiert – Maurer weiß davon. Dennoch heiraten sie, wachsen in der Ehe zusammen und bekommen ein Kind. Doch die Zeiten sind schwer – die jüdische Schauspielerin darf schon bald nicht mehr auftreten, ihr Mann dagegen macht Karriere. Die Nazis drängen den äußerst beliebten Schauspieler zur Scheidung, der aber will Lilly und seinen Sohn nicht verlassen, nicht der Verfolgung preisgeben …

Hans Schweikarts sehr bewegende Erzählung „Es wird schon nicht so schlimm!“ bildete die Grundlage für Kurt Maetzigs berühmten Film „Ehe im Schatten“ (DEFA 1947). Hintergrund des Textes war die Geschichte von Meta und Joachim Gottschalk, die 1941 Selbstmord begingen. Schweikart war mit dem Paar befreundet, was diese klar und genau erzählte Geschichte so berührend macht.

Sie wird hiermit erstmals veröffentlicht, und die Hintergründe werden von den beiden Filmwissenschaftlern Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen in einem ausführlichen Nachwort kenntnisreich dargelegt.

Britta Lange, Die Entdeckung Deutschlands

Ein neuer Filit-Band über einen Science-Fiction-Film aus dem Ersten Weltkrieg. Die Freude der Lektorin ist groß!

Cover_Lange_Die Entdeckung DeutschlandsDie Entdeckung Deutschlands. Science-Fiction als Propaganda
Britta Lange
Broschur, 112 Seiten mit Abbildungen
Preis: 14,00 €
ISBN: 9-783-95732-019-3

Im Ersten Weltkrieg wurde das Deutsche Reich von drei Marsianern besucht. Das zumindest inszeniert ein heute vergessener Film aus dem Jahr 1916: „Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewohner“.

Dieser war nicht nur der erste offizielle Propagandafilm in der Kriegszeit für das Inland und das »neutrale Ausland«. Er ist zugleich ein sehr früher und bisher nicht kanonisierter Science-Fiction-Film: mit Nachrichtenabhörung auf dem Mars, Sprechschreiber und Weltraumflug, aber auch mit Einschüben, die an Märchen und Liebesfilme erinnern.

Das Buch geht dem Gewirr von Geschichten nach, das das Drehbuch des jüdischen Anwalts Richard Otto Frankfurter entfaltet. Fragmente aus den Archiven ergänzen den Band und bieten heute, fast einhundert Jahre später, einen Einblick in den Zusammenhang von Film und Propaganda.

Britta Lange (geboren 1973) forscht und lehrt am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin zu den Schwerpunkten Kulturgeschichte und Ästhetik des 19., 20. und 21. Jahrhunderts, Kolonialismus, Ton- und Filmdokumente, Erster Weltkrieg. »Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewohner« hat sie bei ihren Recherchen über Tonaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt.