Archiv des Autors: Kristina Wengorz

Lektorat Wengorz auf der Leipziger Buchmesse 2016

LBM16_LeipzigLiest_rgbDie Lektorin und die von ihr lektorierten Bücher werden während der Leipziger Buchmesse vor allem am Stand des Verbrecher Verlags in Halle 5 Stand G 204 zu finden sein. Sie freut sich auf nette Kolleg*innen, begeisterte Leser*innen und viele tolle Bücher!

Außerdem möchte sie allen folgende Veranstaltungen besonders empfehlen:

UV LesungUV – die Lesung der unabhängigen Verlage
am Freitag, dem 18. März 2016
von 20:00 bis 24:00 Uhr

Es lesen insgesamt achtzehn Autor*innen aus Büchern, die in unabhängigen Verlagen erschienen sind, in jedem Block drei zusammen, eine Stunde lang, dann hat man eine halbe Stunde Zeit, sich ein neues Bier zu holen, eine Zigarette zu rauchen und den Raum zu wechseln, denn: Man muss sich entscheiden – es laufen immer zwei Blöcke parallel, und natürlich sind immer die Lieblingsautor*innen gleichzeitig dran, aber nie im selben Block … Wer sich jetzt schon Gedanken machen will: Das Programm gibt’s hier.

Lindenfels Westflügel
Hähnelstraße 27
04177 Leipzig

Abendkasse: 7,00 € / ermäßigt 5,00 €

Und nach der UV geht man am besten auf die Party der Jungen Verlage und feiert weiter:

Schauspiel Leipzig
Bosestraße 1
04109 Leipzig

Ab 22 Uhr laden ein: asphalt & anders, astikos Verlag, AvivA Verlag, bilgerverlag, ClaraPark, Edit e.V., edition AZUR, Folio Verlag, Hablizel, Junge Verlagsmenschen e.V., Jungle World, Klöpfer und Meyer, kookbooks, LOG.OS Förderverein e.V., mairisch Verlag, Mitteldeutscher Verlag, Open House Verlag, Reprodukt, Salis Verlag, Satyr Verlag, Verbrecher Verlag, Verlagshaus J. Frank | Berlin, Voland & Quist

Eintritt: 5,00 €

Am Samstag, dem 19.03., geht man dann am besten ins Conne Island. Ab 20 Uhr stellen hier auf einer Veranstaltung des Verbrecher Verlags, der Jungle World und des Conne Islands Manja Präkels, Markus Liske und Kirsten Achtelik das Buch „Vorsicht Volk!“ vor. Anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion über LEGIDA mit weiteren Gästen. Und dann kann auch hier gefeiert werden!

Conne Island
Koburger Straße 3
04277 Leipzig

Eintritt: frei

Eine Übersicht mit weiteren Veranstaltungen und Lesungen des Verbrecher Verlags findet sich hier.

David Wagner, Sich verlieben hilft

Wieder durfte die Lektorin mit dem wundervollen David Wagner zusammenarbeiten – herausgekommen ist ein Buch über Bücher und Serien bzw. über die Liebe zum Lesen und Zusehen, über das Sich-mitreißen-Lassen und das Sich-in-etwas-Verlieren.

Und die Buchpremiere ist auch schon gleich: am 2. März in Berlin (Details siehe unten)

Sich Verlieben hilftDavid Wagner
Sich verlieben hilft
Über Bücher und Serien
Leineneinband, 144 Seiten
Preis: 19,00 €
ISBN: 978-3-95732-157-2

David Wagner streift durch Bücher und Bibliotheken, liest auf Elba, in Österreich und im Internet. Er findet Bücher auf der Straße und in seiner Küche, wandert mit dem »Goldenen Esel« des Apuleius durch Thessalien, fährt mit Tony Soprano durch New Jersey und mit Iris Hanika zu Ikea in Berlin-Spandau.

Wagner erzählt vom Lesen und vom Schreiben in London und Venedig, spaziert zu Neuerscheinungen von Krisztina Tóth, Emmanuel Carrère oder Nicholson Baker, besichtigt Klassiker wie »Robinson Crusoe« und »Der Graf von Monte Christo« oder liegt mit dem Notebook im Bett und schaut Serien.  Dabei zeigt er sich, wie Michael Buselmeier im Saarländischen Rundfunk lobte, als »einfühlsamer, fabelhaft lockerer und witziger Essayist«.

David Wagner, geboren 1971, wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter mit dem Walter-Serner-Preis, dem Dedalus-Preis für Neue Literatur und dem Georg-K.-Glaser-Preis. Im Jahr 2000 veröffentlichte er seinen Debütroman „Meine nachtblaue Hose“, sein Roman „Vier Äpfel“ stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2009, und sein jüngster Roman „Leben“ wurde 2013 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2014 wurde ihm der Kranichsteiner Literaturpreis zugesprochen.

Wagner lebt in Berlin, das immer wieder das Sujet seiner schriftstellerischen Tätigkeit bildet. Von 1999 bis 2001 schrieb er Feuilletons für die Berlin-Seiten der FAZ und 2002/2003 Kolumnen für Die Zeit. 2011 erschien im Verbrecher Verlag mit „Welche Farbe hat Berlin“ seine erfolgreiche Sammlung mit Berlin-Spaziergängen, 2013 mit „Mauer Park“ ein würdiger Nachfolger.

Buchpremiere
02.03.2016 | 20.00 Uhr

literaturWERKstatt berlin
Knaackstrasse 97
Kulturbrauerei
10435 Berlin
www.literaturwerkstatt.org

Eintritt: VVK 10 €, AK 12 €, Karten im VVK im Georg Büchner Buchladen (ohne Gebühr) oder online unter Kulturbrauerei/eventim.

Gisela Elsner, Die teuflische Komödie

Lange angekündigt, jetzt endlich aus der Druckerei: ein wunderbares (langes und ziemlich fertiges) Romanfragment von Gisela Elsner.

Cover_Elsner_Teuflische Komödie_webGisela Elsner
Die teuflische Komödie
Romanfragment
hg. und mit einem Nachwort v. Christine Künzel
Broschur, 320 Seiten
Preis: 16,00 €
ISBN: 978-3-95732-118-3

Ort: die Erde. Zeit: die nähere oder fernere Zukunft – nach dem Zusammenbruch eines Vierten Reichs.

Der Menschheit droht die Vernichtung durch einen nuklearen Krieg. Die Regierungsmitglieder der wichtigsten westlichen Staaten haben sich in Satelliten geflüchtet, um dem Inferno zu entgehen. Doch dann kommt alles ganz anders: Die Welt wird in letzter Minute gerettet – und zwar durch eine Revolution. Die sogenannten Gleichmacher versuchen, nach ihrem Sieg ein sozialistisches System zu etablieren – nicht gewaltfrei. Es wird grausam gefoltert und leidenschaftlich hingerichtet.

Bei Gisela Elsner wird die Racheorgie bis zur Burleske getrieben. Nach dem Vorbild der russischen Revolution werden Volkskommissare eingesetzt, um eine provisorische Regierung zu bilden. Elsner hatte offenbar Spaß daran, die absurdesten Kommissariate zu erfinden, so einen Volkskommissar für Meinungsmanipulationsahndung, eine Volkskommissarin für Familienentflechtung oder gar einen Volkskommissar für Bourgeoisieerrungenschaftsentrümpelung.

Erzählt wird aus der Perspektive eines Vertreters des kapitalistischen Systems, des ehemals prominenten Fernsehkommentators Benno Flex. Durch diesen „Kunstgriff“ solle sich das kapitalistische System selbst entlarven – so die Hoffnung Elsners. 1986, als sie mit der Arbeit an dem Manuskript begann, war dies noch vorstellbar. Doch das sollte sich mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der verbündeten sozialistischen Staaten ändern. So blieb der Text ein Fragment – ein sehr umfangreiches und von der Idee her ausgereiftes.

„Die teuflische Komödie“ zeigt, dass Gisela Elsner keineswegs davor zurückschreckte, auch den Sozialismus ihrer satirischen Kritik auszusetzen.

Gisela Elsner wurde am 2. Mai 1937 in Nürnberg geboren. Nach einem kurzen Studium der Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften in Wien lebte sie als freie Schriftstellerin unter anderem in Rom, London, Paris, Hamburg, New York und schließlich in München. Sie veröffentlichte acht Romane, diverse Erzählungen, Aufsätze und Hörspiele sowie ein Opernlibretto. Für ihr Werk erhielt sie etliche internationale Auszeichnungen, darunter den Prix Formentor für ihren ersten Roman »Die Riesenzwerge«. Sie war Mitglied der DKP und seit 1971 im PEN. Am 13. Mai 1992 nahm sich Gisela Elsner das Leben

J. J. Voskuil, Das Büro 4: Das A. P. Beerta-Institut

Druckfrisch für alle Süchtigen: Band 4 in Knallgrün! Die Lektorin ist natürlich schon viel weiter – verraten wird aber nichts.

Layout 1J. J. Voskuil
Das Büro 4: Das A. P. Beerta-Institut
Aus dem Niederländischen von Gerd Busse
Leinen mit Leseband, 1072 Seiten
Preis: 32,00 €
ISBN: 978-3-95732-009-4

Der vierte Band von Voskuils Kult-Roman „Das Büro“: Wir schreiben die Jahre 1975 bis 1979 im Amsterdamer Büro für Volkskunde, die gekennzeichnet sind durch Krankheit und Katastrophen.

In Wahrheit noch viel grüner!

In Wahrheit noch viel grüner!

Der alte Direktor Anton Beerta lebt nach seinem Schlaganfall im Pflegeheim und ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Auch der Mutter von Nicolien geht es nicht gut: Sie wird zunehmend dement und muss ebenfalls in ein Pflegeheim. Nicht ganz so schlimm ist es um Ad Muller bestellt, doch seine vielen, mittlerweile chronischen Beschwerden – „müde Augen“, „Rachenpusteln“ und Fieberschübe bis an die 37-Grad- Grenze – zwingen ihn zu langen Pausen vom harten Büroalltag. Bart Asjes, die zweite Stütze in Maarten Konings Abteilung, beginnt ebenfalls zu schwächeln und muss sogar ins Krankenhaus – was glücklicherweise aber auch in seinem Fall keinen dramatischen Produktivitätsabfall für das Büro zur Folge hat.

Überhaupt wird es für die Mannen im Büro zunehmend schwieriger, ihre Tage mit süßem Müßiggang zu füllen, denn plötzlich wird ihnen Leistung abverlangt, und zwar in Form vorzeigbarer Produkte. In der Not veranstaltet man ein Symposium, das allerdings völlig aus dem Ruder läuft, sowie eine kleine Ausstellung für den frisch bestallten Evaluator vom Ministerium. Und kaum hat man geglaubt, alle Angriffe erfolgreich abgewehrt zu haben, schlägt das Imperium erneut zurück: Der Fördermittelgeber verlangt Auskunft darüber, wann endlich mit dem Abschluss der »Bibliografie des geistlichen Lieds in den Niederlanden« zu rechnen ist, eines Projekts, an dem seit zehn Jahren still und leise herumgewerkelt worden ist, ohne dass jemals ein Hahn danach gekräht hätte. Was tun, zumal sich herausstellt, dass die Forschungsfrage seinerzeit falsch gestellt worden ist und es nun vermutlich niemals eine Antwort darauf geben wird?

J. J. Voskuils siebenbändiger Roman „Das Büro“ („Het Bureau“) wurde in den Niederlanden mit über 400.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller. Auch hierzulande hat sich nach den ersten Bänden bereits eine Fangemeinde gebildet. Alle weiteren Bände werden halbjährlich im Verbrecher Verlag veröffentlicht.