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Christoph Geiser, Verfehlte Orte

Diesen etwas anderen Erzählungsband mit den ungewöhnlichen und spannenden »Satzungeheuern« hat die Lektorin für den Secession Verlag Korrektur gelesen.

Christoph Geiser
Verfehlte Orte
Erzählungen
Gebunden ohne Schutzumschlag
176 Seiten, 20,00 €
ISBN 978-3-906910-51-2

Christoph Geiser ist ein Dichtkunst-Sonderfall: multifunktionaler Grenzgänger und dabei immer »Jetztmensch«, Erstwohnsitz Bern und doch merkbar Lebensmittelpunkt Berlin, spürsinniger Rechercheur, melancholischer Nostalgiker und Sprachartist, begnadeter Feuilletonist und Essayist, penibler Fakten-Realist und Fiktion-Phantast, philosophierender Logiker und ortskundiger Logistiker, tabubrechender Psychologe, beängstigend authentischer Augenzeuge als Undercover-Gerichtsreporter im Schweizer Hinterland, verspielt witzig grübelnder Etymologe mit Unterscheidungsvermögen zwischen »lebenslang« und »lebenslänglich«, virtuoser Reflexions-Stilist mit Vorliebe für Kleist’sche Satzungeheuer, überlebt aber eigentlich nur als glühend schönheitstrunkener Museums-Freak zwischen dem Darmstädter Landesmuseum, der Berliner Nationalgalerie, wo er ungeniert Menzel als Knaben-Liebhaber outet, und dem Promi-Friedhof von San Michele. Kurz und gut: Dieser sonderliche Autor nimmt seine Leser zum unweigerlich direktesten Nachfühlen überallhin mit …

Christoph Geiser (geb. 1949, in Basel) hat für sein Werk zahlreiche Preise erhalten, zuletzt 2018 den Großen Literaturpreis von Stadt und Kanton Bern. Stipendien führten ihn an das Oberlin College in Ohio, nach London, Paris und New York. 2000 war er Stadtschreiber in Dresden. Er ist Mitglied des Deutschschweizer PEN-Zentrums und korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Er lebt in Bern und Berlin.

Benedikt Feiten, So oder so ist das Leben

Auch bei diesem Roman hat die Lektorin für Voland & Quist das Korrektorat übernommen.

Benedikt Feiten
So oder so ist das Leben
Roman
gebunden
288 Seiten, 22 €
ISBN 978-3-86391-222-2

Der große Anton Lobmeier raucht eigentlich nur noch aus einem Grund. Er raucht, damit er weiß, was er als Nächstes tut. Wenn sich seine Freundin von ihm getrennt hat. Wenn sein Vater anruft, um ihm zu sagen, dass seine Mutter gestorben ist. Wenn die Polizei ihm mitteilt, dass seine beste Freundin verschwunden ist. Er raucht, damit er dann nicht verloren ist. Er zündet die krumme Zigarette an. Er zieht und inhaliert tief. Anton Lobmeier weiß, was er tut, wenn seine Welt Risse bekommt.

Benedikt Feiten wurde 1982 in Berlin geboren und lebt in München. Er ist mit dem Literaturstipendium der Stadt München ausgezeichnet worden. Nach dem Studium der Amerikanischen Literatur hat er seine Doktorarbeit über Musik in den Filmen von Jim Jarmusch geschrieben und an der Ludwig-Maximilians-Universität unterrichtet. Neben seiner Arbeit als Kulturjournalist und Redakteur ist er Trompeter und Cellist bei der Band »my boys don‘t cry«.

Tereza Semotamová, Im Schrank

Die Leipziger Buchmesse mit dem diesjährigen Gastland Tschechien naht. Mit ihr trudeln die letzten Belegexemplare bei der Lektorin ein. Diesen Roman hat die Lektorin für Voland & Quist Korrektur gelesen.

Tereza Semotamová
Im Schrank
(OT: Ve skříni)
Roman
Aus dem Tschechischen von Martina Lisa
gebunden
288 Seiten, 22,00 €
ISBN 978-3-86391-224-6

Eine junge Frau zieht in einen Schrank. Ausgedient und knarzig steht er in einem Prager Hinterhof, der Winter naht. Es ist ihr Raum. Und es ist der radikale Entschluss, sich allen Zwängen und auch aller Geborgenheit zu entziehen, das Resultat zu vieler missglückter Anpassungsversuche. Wir lesen von Brüchen und Ausbrüchen, von toxischen Lieben und merkwürdigen Therapiesitzungen.
Feinsinnig und mit viel Humor erzählt Tereza Semotamová von der absurden Suche nach dem eigenen Weg in einer Welt, in der niemand mehr genau weiß, wo es eigentlich langgeht.

Tereza Semotamová (geb. 1983) ist Autorin, Publizistin, Übersetzerin. Sie studierte Germanistik und Drehbuch, schreibt Hörspiele, Features und Kolumnen, übersetzt deutschsprachige Literatur ins Tschechische, unterrichtet und arbeitet für die deutsch-tschechische Plattform já-du. Der Roman „Leben im Schrank“ ist ihr erster eigener Roman, Auszüge wurden in der Anthologie „Die letzte Metro“ (Voland & Quist 2017) erstmals auf Deutsch publiziert.

Louis Bertrand, Nummer 85250

Für die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt hat die Lektorin das Übersetzungslektorat aus dem Französischen dieses Zeitzeugenberichts aus dem Konzentrationslager Buchenwald – Außenkommando Langenstein-Zwieberge übernommen. Es war ihr eine Ehre!

Das Buch ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen.

Louis Bertrand
Nummer 85250
Konzentrationslager Buchenwald – Außenkommando Langenstein-Zwieberge
Erinnerungen / Témoignage
Schriftenreihe Biographien, Erinnerungen, Lebenszeugnisse, Band 6
(dt./frz.)
Aus dem Französischen von Winnie Bennedsen
328 Seiten, 16,00 €
ISBN 978-3-96311-097-9

Louis Bertrand (1923–2013) ist während der deutschen Besatzung Frankreichs Mitglied der geheimen Pfadfinderschaft in Belfort, die in Verbindung zur Résistance steht. 1944 wird er festgenommen und in das KZ Buchenwald verbracht, ab September 1944 ist er bis zu seiner Befreiung im Außenlager Langenstein inhaftiert. In seinen 2005 in Frankreich erschienen Erinnerungen schildert er die damaligen Ereignisse. Erstmals liegt nun sein aufrüttelnder Bericht in deutscher Übersetzung vor.