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Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945

Ab dem 21. November 2015 ist in Berlin die Ausstellung »Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945« zu sehen. Die Lektorin hat den spannenden und wunderschönen Katalog lektoriert.

Die Schwarzen Jahre

Das Cover zeigt Karl Hofers Gemälde „Die schwarzen Zimmer“

Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945
Für die Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, hrsg. v. Dieter Scholz und Maria Obenaus
Broschur, 288 Seiten, zahlreiche vierfarbige Abbildungen
Preis: 25,00 €
ISBN: 9-783-95732-150-3

Unter dem Titel »Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945« werden Kunstwerke der Nationalgalerie, die entweder in diesem Zeitraum entstanden, damals in die Sammlung kamen oder aber durch die Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden, gezeigt und umfangreich kommentiert.

Es geht ebenso um Hauptwerke von Pablo Picasso, Lyonel Feininger, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Rudolf Belling oder Ernst Ludwig Kirchner wie um neu in die Sammlung gekommene Stücke sowie Arbeiten, die seit über 75 Jahren nicht mehr ausgestellt waren. Aus den Geschichten der einzelnen Objekte ergibt sich so ein vielgestaltiger Blick auf Kunst, Politik und Museumsgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus.

Die ausgewählten Objekte sind so unterschiedlich wie die Lebenswege der Künstler und die Schicksale ihrer Werke: hier die Propagierung als »nationale« Kunst, dort die Diffamierung als »entartet«. Künstler wurden verfolgt und zur Emigration gezwungen, manche durften nicht mehr ausstellen, andere konnten durch staatliche Aufträge ihre Karriere voranbringen. Dabei waren die Grenzen oft fließend, Entscheidungen manchmal widersprüchlich.

Im Prolog wird ein Bildertausch mit dem faschistischen Italien unter Mussolini dokumentiert, durch den 1932/1933 fünfzehn Gemälde italienischer Künstler wie Giorgio de Chirico, Carlo Carrà oder Mario Sironi in die Nationalgalerie kamen.

Mit einem Vorwort von Udo Kittelmann und Beiträgen von Larissa Agel, Anja Herrmann, Joachim Jäger, Jan May, Maria Obenaus, Dieter Scholz, Aya Soika, Christina Thomson und Kyllikki Zacharias.

Die Ausstellung »Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945« ist bis zum 31. Juli 2016 in der Neuen Galerie im Hamburger Bahnhof Berlin – Museum für Gegenwart zu sehen.

Um die Sammlung der Nationalgalerie zur Klassischen Moderne auch während der Sanierung des Mies-van-der-Rohe-Baus präsent zu halten, eröffnet im November 2015 ein eigens dafür eingerichteter Ausstellungsraum im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin: die „Neue Galerie“. Dort werden bis zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie im halbjährlichen Rhythmus wechselnde Präsentationen zur Kunst der Moderne zu sehen sein.

Die für „Die schwarzen Jahre“ entwickelte Ausstellungsarchitektur ist inspiriert von der verwinkelten Raumsituation mit Wandscheiben und Durchblicken in Karl Hofers Gemälde „Die schwarzen Zimmer“, dessen zweite Fassung 1943 gemalt wurde.

Weitere Informationen unter: http://www.smb.museum/ausstellungen/detail/neue-galerie-die-schwarzen-jahre.html

Imran Ayata, Ruhm und Ruin

Pünktlich vor der Frankfurter Buchmesse ist die letzte von der Lektorin lektorierte Neuerscheinung da – und eine Berliner Buchpremiere gibt es auch noch:

Cover_Ayata_Ruhm-und-RuinImran Ayata
Ruhm und Ruin
Roman in elf Geschichten
Hardcover, 200 Seiten
Preis: 19,00 €
ISBN: 978-3-95732-125-1

In „Ruhm und Ruin“ erzählt Imran Ayata davon, dass Fußball das Leben ist – für Spieler, Schiedsrichter, gescheiterte Jahrhunderttalente, aktive Ehrenamtliche im Verein und einen ganzen Stadtteil.

Im Zentrum des Romans steht ein türkischer, ehemals ziemlich erfolgreicher Kiezklub. Er verkörpert die Hoffnung (oder gar Utopie) der Migranten auf ein besseres Leben in einer urdeutschen Domain: dem Vereinswesen. Doch zwischen politischen Ansprüchen, dem Profifußball und den Ambitionen Einzelner werden viele Hoffnungen und Träume zerstört. Elf Menschen, deren Leben sich um den Kiezklub dreht, erzählen ihre Geschichten, und die Wahrheit liegt eben fast nie auf dem Platz.

Imran Ayata, geboren 1969 in Ulm, ist ein deutscher Autor, DJ und Fußballliebhaber. Ayata ist Gesellschafter einer Agentur für Kampagnen. Er lebt und arbeitet in Berlin. Der Mitbegründer von Kanak Attak veröffentlichte 2005 seinen Erzählband „Hürriyet Love Express“ und 2011 den Roman „Mein Name ist Revolution“. Bekannt ist er auch für die von ihm und Bülent Kullukcu zusammengestellte CD-Kompilation „Songs of Gastarbeiter Vol. 1“.

Berliner Buchvorstellung:
Im Rahmen der Verbrecher Versammlung am Donnerstag, den 08.10.2015, um 20.30 Uhr
Ort: Fahimi, im 1. OG, Skalitzer Str. 133, 10999 Berlin
Eintritt: 4 €

Hans Joachim Schädlich, Catt

Pünktlich zum 80. Geburtstag von Hans Joachim Schädlich am 8. Oktober ist „Catt“ erschienen. Die Lektorin gratuliert dem großen Autor ganz herzlich.

Cover_Schaedlich_Catt_websiteHans Joachim Schädlich
Catt. Ein Fragment
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Krista Maria Schädlich
Leinen mit Leseband, 112 Seiten
Preis: 19,00 €
ISBN: 978-3-95732-123-7

Eine junge Frau, die von ihren besten Freunden Catt genannt wird, verdient in Ostberlin als Taxifahrerin ihr Geld. Das Taxifahren ist nur ein notwendiger Job. Catt ist eine Schriftstellerin, die die Erfahrungen ihres Arbeitsalltags und ihrer persönlichen Beziehungen einerseits in ausgearbeiteten Prosaskizzen, andererseits in bloßen Arbeitsnotizen festhält. Catt ist auf der Suche nach ihrer Freundin Janina, die plötzlich verschwunden ist. Janina war Assistentin am Kunsthistorischen Institut der Universität. Die Nachforschungen über Janinas Verbleib zeichnet Catt mit dem literarischen Anspruch auf, Janinas Geschichte zu schreiben – so entsteht eine Geschichte in der Geschichte.

Krista Maria Schädlich hat zusammen mit Hans Joachim Schädlich die „Catt“-Geschichte rekonstruiert – aus dem Konvolut, das seit Jahren im Deutschen Literaturarchiv Marbach liegt, sowie anhand der Korrespondenz von Hans Joachim Schädlich mit dem Hinstorff Verlag in den Jahren 1971 bis 1976 ergänzt.

In ihrem Nachwort erzählt sie die Geschichte des Romanfragments, erklärt, warum der Text nicht erscheinen konnte und Fragment blieb, und beschreibt zugleich die privaten ost-westdeutschen Schriftstellertreffen, an denen zwischen 1974 und 1977 über 40 Autoren teilnahmen, u. a. Bernd Jentzsch, Sarah Kirsch, Günter Kunert, Günter Grass, Uwe Johnson, Nicolas Born und die Schädlichs. So erzählt das Nachwort zugleich von der Geschichte des nicht-offiziellen literarischen Diskurses in der DDR.

Hans Joachim Schädlich wurde 1935 in Reichenbach (Vogtland) geboren. Er siedelte
mit seiner Familie 1977 aus der DDR in die Bundesrepublik über. Dort hatte er gleich
mit seinem ersten Buch „Versuchte Nähe“, das bereits vor seiner Übersiedlung im Rowohlt
Verlag erschien, großen Erfolg. Schädlich erhielt für sein vielfältiges literarisches
Werk unter anderem den Heinrich-Böll-Preis, den Hans-Sahl-Preis, den Kleist-Preis, den
Schiller-Gedächtnispreis, den Lessing-Preis, den Bremer Literaturpreis, den Joseph-
Breitbach-Preis und den Berliner Literaturpreis. Zuletzt veröffentlichte er die viel gelobte
Novelle „Sire, ich eile. Voltaire bei Friedrich II.“ (2012) und den Roman
„Narrenleben“ (2015). Er lebt in Berlin.

Vorsicht Volk!

„Wir sind das Volk!“, tönen Pegida und Montagsmahnwachen, Verschwörungsfans und der Mob vor den Flüchtlingsheimen. Stimmt das? Sind sie „das Volk“? Und wenn ja, was genau will dieses Volk?

Buch und Fest:

Cover_Vorsicht VolkMarkus Liske / Manja Präkels (Hg.)
Vorsicht Volk!
Broschur, 192 Seiten
Preis: 18,00 €
ISBN: 978-3-95732-121-3

25 Jahre nach Unterzeichnung des Einheitsvertrages erobern überall in Deutschland wahnhafte Bewegungen die Straßen. Sie nennen sich Pegida, HoGeSa, Montagsmahnwachen, Reichsbürger oder Friedenswinter.

Einige dieser Zusammenschlüsse sind offen antisemitisch, andere islamophob und wieder andere beides. Sie haben Angst vor Flüchtlingen, „Homosexualisierung“, Kondensstreifen oder einem geheimen weltjüdischen Kontrollrat. Ihre Helden heißen Wladimir Putin und Thilo Sarrazin, ihr gemeinsamer Gegner ist die »Lügenpresse«. Mal sehen sie sich als Linke, mal als Rechte, und ihr gemeinsamer Schlachtruf lautet: „Wir sind das Volk!“ Stimmt das? Sind sie „das Volk“? Und wenn ja: Was genau will dieses Volk?

In „Vorsicht Volk!“ erörtern Autorinnen und Autoren essayistisch die Ursachen, Hintergründe und Gemeinsamkeiten der neuen Wahnbewegungen.

Mit Beträgen von Kirsten Achtelik, Ivo Bozic, Harald Dipper, Jutta Ditfurth, Sven Gärtner, Patrick Gensing, Willi Jasper, Anetta Kahane, Alexander Karschnia, Kerstin Köditz, Konstanze Kriese,
Klaus Lederer, Markus Liske, Anselm Neft, Manja Präkels, Jan Rathje, Anna Schmidt, Julia Schramm, Jörn Schulz, Heiko Werning, Elke Wittich und Deniz Yücel.

„Vorsicht Volk!“ am 26.09.2015 in Berlin:
In der Zukunft am Ostkreuz wird es ab 16 Uhr unter dem Motto „Vorsicht Volk!“ Lesungen, Diskussionen, Konzerte und Filme geben. Es geht darum, der grassierenden „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“- Mentalität ein starkes Zeichen entgegenzusetzen! Hier kann man sich einen Überblick über das tolle Programm verschaffen.