Michèle Minelli, Kapitulation

Sechs Frauen, sechs Geschichten, ein Treffen und ein Knall.
Die Lektorin hat den Roman für lectorbooks lektoriert.

Michèle Minelli, Kapitulation, Lektorat, Belegexemplar, Rosenblätter

Michèle Minelli
Kapitulation
Roman
lectorbooks
Hardcover, Goldprägung, Lesebändchen
320 Seiten, 22 €
ISBN 978-3-906913-25-4

Fünf kunstschaffende Frauen, die einst von ihrem Können überzeugt waren, sind heute auf dem Boden der Realität angekommen: Sie können, und sie wollen, doch sie werden übersehen, gemobbt oder vergessen. Von ihren großen Träumen, mit denen sie sich vor bald zwanzig Jahren identifiziert haben, sind nur noch Bruchstücke übrig.

Adrienne Rytz-Bonnet, ehemalige Präsidentin eines internationalen Kunststipendienprogramms, lädt zu einem Wiedersehen ein. Vier Frauen sagen zu: Aina, eine schweizerisch-kasachische Aktionskünstlerin, die Schottin Kirsty, vielversprechende Literaturübersetzerin, die Wienerin Brigitte, Bratschentalent, und die französische Starautorin Chloé. Aus spontaner Sentimentalität lädt Adrienne auch ihre Tochter Nomi und die Masseurin Yvonne zum Treffen ein.

In den zwei Tagen vor dem Wiedersehen erleben wir diese Frauen in ihrem aufreibenden Alltag. Aina arbeitet im Zürcher Kunsthaus, wo sie missmutig Bilder zählt; Kirsty wird mit ihrem Lebenswerk zu einem zweifelhaften Wettbewerb nach Edinburgh eingeladen; Brigitte hat ihre Bratsche längst gegen einen Zookittel eingetauscht; und Chloé muss sich mit ihrem Literaturagenten auseinandersetzen, der ihr rät, schlankere, »weiblichere« Bücher zu verfassen.

Geschieden, verwitwet, verheiratet, mit oder ohne Kinder: Abschnitt für Abschnitt offenbart sich weibliche Lebensrealität bis hin zur Bruchstelle, an der sie alle ihre Träume, wenn nicht ganz aufgegeben, so doch tiefer gehängt haben. Beim Wiedersehen, nach Essen und Wein, kommt die Frage auf: Wie viel Platz steht uns Frauen heute zu? Und: Wenn unser Platz schon so verschwindend klein ist, was wäre, wenn wir alle ganz verschwinden würden – alle Frauen auf einen Streich?

Was als Idee zuerst betroffen macht, dann weggelacht wird, bleibt in der subversiv veranlagten Aina haften und wächst in ihr zu einem Plan, der sie das Leben kosten könnte. Am nächsten Arbeitstag geht sie mit einem gefährlichen Ansinnen ins Kunsthaus …

Michèle Minelli, geboren 1968, Schriftstellerin und Filmschaffende. Koordinatorin der Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte in Meran, Vorstandsmitglied des Deutschschweizer PEN-Zentrums. Seit 2000 hat sie sechs Sachbücher und sieben Romane mit Übersetzungen ins Französische, Chinesische und Albanische veröffentlicht. Minelli lebt und arbeitet auf dem Iselisberg.