Sabine Scholl, Das Gesetz des Dschungels

Und auch diesen Roman hat die Lektorin für den Secession Verlag Korrektur gelesen. Die Buchpremiere (s. u.) findet übrigens am 8. März in Berlin statt.

Sabine Scholl
Das Gesetz des Dschungels
Roman
gebunden ohne Schutzumschlag
320 Seiten, 24,00 €
ISBN 978-3-906910-29-1

In ihrem neuen Roman folgt Sabine Scholl Spuren von Österreich über London bis nach Sri Lanka. Wie Strandgut sammelt sie Geschichten und Geschichte der von Kolonialismus, Krisen und Kriegen geprägten Insel im Indischen Ozean, zieht feine Linien von Gestern zu Heute, von Hier nach Dort, vom Fremden zum Bekannten. Wer etwa wusste, dass das Deutsche Heer im Ersten Weltkrieg einen Kriegselefanten einsetzte, eine Kuh namens Jenny, die an der Front in Frankreich Holzpfosten für den Bau von Schützengräben schleppte? John Hagenbeck hatte das Tier aus dem damaligen Ceylon nach Hamburg gebracht – neben Tempeltänzerinnen, Fakiren und Schlangenbeschwörern, die ebenfalls im berühmten Zoo ausgestellt wurden.

Alles ist wahr! Und so steht im Zentrum dieses Romans auch eine wahre Begebenheit: Mit 35 Jahren lernt Veronika, alleinerziehende Krankenschwester aus der österreichischen Provinz, ihren Vater, einen Singhalesen kennen – die Mutter hatte sie über seine Identität im Unklaren gelassen. Jetzt endlich sollen sich die Löcher in ihrer Biografie schließen, endlich will sie nicht mehr nur halb sein. Doch der Vater, die andere Kultur, die Fremde lassen sich kaum greifen.
Sabine Scholl entdeckt in ihrem großartig recherchierten Roman die Nachwirkungen des historischen Kolonialismus und hält ein Brennglas über jene Stellen, wo er sich heute beinahe noch wie gestern manifestiert. Aus gefundener Geschichte und erlebten Geschichten entsteht ein prächtiges Panorama von Fremde, Fremdheit und der Sehnsucht, sie zu überwinden.

Sabine Scholl (geb. 1959, in Oberösterreich) studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften in Wien. Nach ihrer Promotion lehrte sie in Aveiro, Chicago, Nagoya und Wien. Zurzeit unterrichtet sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Ihr bisheriges Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter der Rauriser Literaturpreis, der Theodor-Körner-Preis (1992) sowie der Österreichische Förderpreis für Literatur (1995), ausgezeichnet.

Buchpremiere:
8. März, 19:30 Uhr
Ort: Galerie p98a, Potsdamer Str. 98a, 10785 Berlin (im Hinterhof links)
Der Einritt ist frei; um Anmeldung wird gebeten: veranstaltung[at]secession-verlag.com

Christian Uetz, Engel der Illusion

Für den Secession Verlag hat die Lektorin diesen Gedichtband Korrektur gelesen. Und ja, auch in Gedichtbänden treibt bisweilen der Fehlerteufel sein Unwesen …

Christian Uetz
Engel der Illusion
Gedichte
gebunden ohne Schutzumschlag
128 Seiten, 20,00 €
ISBN 978-3-906910-28-4

»Engel der Illusion«, das sind »Engel des brennenden Scheins«. Ihr Schein ist kein bloßer, kein leerer, er ist vielmehr ein Scheinen, dessen Medium die Sprache ist. Denn durch die Sprache sind wir in das gestellt, was nicht ist, und doch erfahren wir das, was ist, allein durch sie. Nur durch die Sprache sind wir in der Welt, nur durch die Sprache sind wir ihr für immer entrückt. Entrückt wohin? In die Welt der Scheins, Welt der Lüste und des Leids, der Leidenschaft und Kontemplation, der phantastischen Geschichten und der Poesie.

Mit seinen bildgewaltigen, selbstverlorenen und dabei tief nachdenklichen Gedichten sucht Christian Uetz in der Sprache nach der verborgenen Präsenz dieser Engel der Illusion, um ihr Scheinen erfahrbar zu machen. Was seine Texte so hervorbringen, sind Ekstasen der Sinnlichkeit und die Trunkenheit der Vernunft. Es ist der Wahnsinn des Tages.

Spielerisch und doch souverän kreisen diese Gedichte um gewichtige Themen, um die Präsenz des anderen im Selbst, um Anwesenheit und Abwesenheit, um Negativität und Transzendenz. Ihr Fluchtpunkt bleibt dabei stets eine mitreißende Affirmation des Lebens und der Sinnlichkeit, ein Lob der Sprache als derjenigen Kraft, welche die Illusion als Wahrheit, das Jenseits als Teil des Diesseits erkennbar macht.

Christian Uetz, geboren 1963 in Egnach, ist ein philosophischer Poet und lebt in Zürich. Nach einer Ausbildung zum Lehrer studierte er Philosophie, Komparatistik und Altgriechisch an der Universität Zürich. 2010 erhielt er den Bodensee-Literaturpreis für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk. Seine Performanceauftritte sind legendär! ER veröffentlichte drei Romane: »Nur Du, und nur Ich« (2011), »Sunderwarumbe – Ein Schweizer Requiem« (2012) und »Es passierte« (2015)

Leipziger Buchmesse 2018

Die Lektorin wird alle Tage in Leipzig sein, dort aber ohne feste Standzuordnung zwischen ihren Terminen durch die Hallen streifen. Wer sie also treffen und sich nicht auf sein*ihr Glück verlassen möchte, möge sich am besten im Vorfeld bei ihr melden.

Die Bücher, an denen die Lektorin mitgewirkt hat, laufen natürlich nicht durch die Hallen, sondern finden sich in diesem Jahr gleich an fünf Messeständen:

  • Guggolz Verlag: Halle 5, G104
  • Salis Verlag: Halle 5, H301
  • Secession Verlag: Halle 4, C300
  • Verbrecher Verlag: Halle 5, G204
  • Voland & Quist: Halle 5, G114

Außerdem werden die Bücher verschiedentlich auf bzw. während der Messe vorgestellt. Hier sind die gesammelten Termine und einige Empfehlungen:

Donnerstag, 15. März

  • 13:30 Uhr: Sebastian Guggolz stellt auf dem Nordischen Forum (Halle 4, C400) »Jung entschlafen« von Frans Eemil Sillanpää vor.
  • 15:00 Uhr: Sebastian Guggolz stellt gemeinsam mit dem Übersetzer Ulrich Sonnenberg auf dem Nordischen Forum (Halle 4, C400) »Himmerlandsvolk« von Johannes V. Jensen vor.
  • 19:30 Uhr: Im Rahmen des Sonar-Spezial von Voland & Quist wird neben dem Autor Andrej Nikolaidis auch »Spiele ohne Grenzen« von Andrej Skubic vorgestellt (Horns Erben, Arndtstraße 33, 04275 Leipzig).
  • 21:00 Uhr: Der große VQ-Abend mit Nora Gomringer (»#poesie«), Julius Fischer und Anna Herzig (»Sommernachtsreigen«) (Horns Erben, Arndtstraße 33, 04275 Leipzig).
  • Im Rahmen von L3 – Lange Leipziger Lesenacht in der Moritzbastei (ab 19:00 Uhr) liest um 22:00 Uhr in der Veranstaltungstonne Anna Herzig aus »Sommernachtsreigen« (Moritzbastei, Universitätsstraße 9, 04109, Leipzig).

Freitag, 16. März

  • 11:30 Uhr: Wei Zhang liest aus und spricht über »Eine Mango für Mao« (Forum DIE UNABHÄNGIGEN Halle 5, Stand H309).
  • 13:30 Uhr: Anna Herzig liest aus »Sommernachtsreigen« (Leseinsel Junge Verlage Halle 5, Stand G200).
  • 16:00 Uhr: Wei Zhang liest aus und spricht über »Eine Mango für Mao« (Schweizer Gemeinschaftsstand Halle 4, Stand C300).
  • 16:00 Uhr: Nora Gomringer und Martin Beyer sprechen über »#poesie« (Das Blaue Sofa, Glashalle).
  • 19:30 Uhr: Gerd Busse, Ulrich Faure und Wolfgang Schiffer sprechen über und lesen aus: J. J. Voskuil, »Das Büro. Band 7: Der Tod des Maarten Koning« (Sächsisches Psychiatriemuseum, Mainzer Straße 7, 04109 Leipzig).

Im Rahmen der immer jedem*jeder empfohlenen UV – Lesung der unabhängigen Verlage ab 20:00 Uhr im Lindenfels Westflügel (Hähnelstraße 27, 04177 Leipzig) werden gleich zwei Bücher vorgestellt:

  • 21:30 Uhr: Wei Zhang liest aus »Eine Mango für Mao«.
  • 23:00 Uhr: Anna Herzig liest aus »Sommernachtsreigen«.

Anschließend wird schon fast traditionell bei der Party der Jungen Verlage (ab 22 Uhr) im Felsenkeller (Karl-Heine-Str. 32, 04229 Leipzig) weitergefeiert.

Samstag, 17. März

  • 19:00 Uhr: Sabine Scholl liest aus und spricht über »Das Gesetz des Dschungels« (Clown-Museum, Breite Straße 22, 04317 Leipzig).

 

Außerdem seien wirklich jedem*jeder die Veranstaltungen von #verlagegegenrechts empfohlen, die von der Lektorin unterstützt werden. Eine laufend aktualisierte Veranstaltungsliste findet sich hier.

 

Die Lektorin freut sich auf ganz viele tolle Bücher und Büchermenschen!

Garrard Conley, Boy Erased

Für den Secession Verlag durfte die Lektorin dieses Buch Korrektur lesen: die autobiografische Erzählung von Garrard Conley.

Der Sohn eines Baptistenpredigers, selbst sehr religiös, ist homosexuell. Nachdem er geoutet wird, entscheidet er sich für eine „Umerziehung“ bei der christlich-fundamentalistischen Organisation Love in Action …

Garrard Conley
Boy Erased
Autobiografische Erzählung
(OT: Boy Erased. A Memoir)
aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von André Hansen
gebunden ohne Schutzumschlag
335 Seiten; 25,00 €
ISBN 978-3-906910-26-0

Was bleibt, wenn einem alles genommen, wenn sogar die Identität ausradiert werden soll? Wie erinnert man sich an die Zeit, in der man ausgelöscht werden sollte?

2004 in Arkansas im sogenannten Bible Belt der USA: Ein Bekannter outet den neunzehnjährigen Garrard Conley gegen seinen Willen vor den Eltern als homosexuell. Seit Jahren schon kämpft Conley gegen die Scham, die ihm als einzigem Sohn eines Baptistenpredigers eingeimpft ist. Er selbst ist tief verwurzelt in einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde, in einer Gesellschaft, die die Bibel beim Wort nimmt, in der nichts geduldet wird, was nicht der unabänderlichen Norm entspricht. Unvermittelt steht er vor der Entscheidung seines Lebens: Stimmt er einer Konversionstherapie zu, einem kirchlichen Programm, das ihn in zwölf Schritten von seiner Homosexualität ›heilen‹, von unreinen Trieben säubern, seinen Glauben festigen und aus ihm einen Ex-Gay machen soll, oder riskiert er, seine Familie, seine Freunde und den Gott, zu dem er an jedem Tag seines Lebens gebetet hat, zu verlieren? Soll er sein äußeres Leben auslöschen oder sein Inneres?

Garrard Conley spürt den komplexen Beziehungen von Familie, Glauben und Gemeinschaft nach und zeichnet dabei ein Bild von einem Amerika, mit dem wir heute mehr denn je konfrontiert sind. Doch Conley versucht dabei auch stets, jene zu verstehen, die ihm aus gutem Glauben heraus so viel Schmerz zugefügt haben.

Dieser Lebensbericht lässt einen frieren angesichts der Kälte, mit der Fundamentalisten in den USA anderen ihre Ideologie überstülpen. Aber »Boy Erased« ist auch ein Zeugnis der Liebe, die trotzdem überleben kann.

Garrard Conley (geb. 1985) wuchs in einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde in Arkansas auf. Er studierte Kreatives Schreiben und Queer Theory an der University of North Carolina und hat Erzählungen und journalistische Arbeiten im Time Magazine, in der VICE, auf CNN und BuzzFeed veröffentlicht. »Boy Erased« ist seine erste Buchveröffentlichung und wurde hochkarätig besetzt von Hollywood verfilmt. Der Kinostart ist für Dezember 2018 geplant. Garrad Conley lebt und unterrichtet in Brooklyn, New York.