Oleg Jurjew, Unbekannte Briefe

Die Lektorin ist sehr stolz, dass sie dieses wunderschöne Buch bearbeiten durfte:

Oleg Jurjew Unbekannte Briefe__CoverOleg Jurjew
Unbekannte Briefe
Hardcover, 194 Seiten
Preis: 22,00 €
Verbrecher Verlag
ISBN: 978-3-95732-233-3

»Lieber Kornei Iwanowitsch, nun berichtet die Prawda, dass auch Sie gestorben sind. Das erlaubt mir, in kameradschaftlicherer Weise mit Ihnen zu sprechen – ab und an glaube ich, auch ich sei gestorben.«

Dies schreibt der Schriftsteller Dobytschin an den allseits bewunderten Literaturkritiker, Übersetzer und Kinderbuchautor Tschukowski. Er schreibt dies Jahre nach seinem eigenen vermeintlichen Tod.

Auf verschlungenen Wegen sollen drei Briefe in die Hände Oleg Jurjews gelangt sein: So schreibt nicht nur Dobytschin an Tschukowski und erklärt in dem nie abgeschickten Brief sein Verschwinden und kommentiert das Zeitgeschehen – auch über den Tod des Adressaten hinaus. Auch der kleine Moskauer Literat Iwan Pryschow schreibt einen Brief. Er wendet sich an Fjodor Dostojewski, dem er als Vorbild für eine Figur in »Die Dämonen« diente. Mit diesem Bild ist der alkoholkranke Pryschow ganz und gar nicht einverstanden und hält sich auch mit antisemitischen Invektiven gegen Dostojewski nicht zurück. Dann wieder sucht er dessen Verständnis und verweist auf die gemeinsame Kindheit. Der dritte Brief stammt von Jakob Michael Reinhold Lenz. Krank meldet er sich bei seinem Gönner Karamsin – wahrscheinlich am Tag seines Todes. Verwirrt wendet sich Lenz plötzlich an seinen Freund Goethe, an seinen Vater, dann wieder erneut an Karamsin …

Zusammen ergeben die Briefe einen Roman über Tod und Unsterblichkeit. Zugleich ist dieses Buch eine Hommage an die Jahrhunderte des Briefeschreibens. Der Auffinder der Poststücke, der bekannte russisch-deutsche Autor Oleg Jurjew, der die Briefe nur übersetzt haben will, ist selbstverständlich ihr Verfasser. »Unbekannte Briefe« ist Jurjews erster auf Deutsch verfasster Roman.

Oleg Jurjew, geboren 1959 in Leningrad, lebt seit 1991 mit seiner Frau, der Autorin Olga Martynova, in Frankfurt am Main. Er ist Lyriker, Romancier, Dramatiker, Essayist und Ubersetzer. Er veröffentlichte in deutscher Übersetzung die Romane »Frankfurter Stier« (2001), »Spazier gänge unter dem Hohlmond« (2002), »Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise« (2003) und »Die russische Fracht« (2009), zuletzt erschienen eine Neuausgabe seines Romans »Halbinsel Judatin« sowie das Poem »Von Zeiten«.

Leipziger Buchmesse

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Auch dieses Jahr sind die von der Lektorin bearbeiteten Bücher und die Lektorin vom 23. bis 26. März auf der Leipziger Buchmesse vertreten.

Zu finden sind sie bzw. die Bücher vor allem am Stand des Verbrecher Verlags (Halle 5, G 204) und – ganz in der Nähe – dem des Guggolz Verlags (Halle 5, G 104).

logo KWSBesonders freut sich die Lektorin darauf, dass der Guggolz Verlag auf der Messe mit dem Kurt Wolff Förderpreis ausgezeichnet wird. Die Preisverleihung findet am Freitag, den 24. März, um 13 Uhr, im Forum DIE UNABHÄNGIGEN (Halle 5, H 309) statt.

Außerdem treibt sich die Lektorin auf folgenden Veranstaltungen rum:

Wie jedes Jahr ist sie am Donnerstag, dem 23. März, auf der Langen Leipziger Lesenacht in der Moritzbastei (Universitätsstraße 9, 04109 Leipzig). Einlass dort ist ab 18 Uhr, die Lesungen beginnen ab 19 Uhr.

UVUnd am Freitag, dem 24. März, ist sie auf der UV – die Lesung der unabhängigen Verlage zu finden. Die Veranstaltung, die ab 20 Uhr im Lindenfels Westflügel (Hähnelstraße 27, 04177 Leipzig) beginnt, sei jedem/jeder ganz besonders ans Herz gelegt.

Party der jungen Verlage 2017Anschließend (ab 22 Uhr) kann direkt um die Ecke auf der Party der jungen Verlage im Westwerk (Karl-Heine-Str. 87) weitergefeiert werden.

Die Bücher, an denen die Lektorin mitgearbeitet hat, werden an folgenden Terminen vorgestellt:

Anke Stelling, Fürsorge:

  • 23.03.2017 | 15.30 Uhr: Leseinsel der Jungen Verlage – Leipziger Buchmesse, Halle 5, G 200
  • 23.03.2017 | 22.00 Uhr: Lange Leipziger Lesenacht, Moritzbastei, Universitätsstr. 9, 04109 Leipzig

J. J. Voskuil, Das Büro:

  • 24.03.2017 | 20.00 Uhr: Sächsisches Psychatriemuseum, Durchblick e. V., Mainzer Str. 7, 04109 Leipzig

Harry Martinson, Reisen ohne Ziel:

  • 24.03.2017 | 15.00 Uhr: Sebastian Guggolz, Lesung und Gespräch, Nordisches Forum – Leipziger Buchmesse, Halle 4, Stand C 400
  • 24.03.2017 | 16.00 Uhr: Sebastian Guggolz und Klaus-Jürgen Liedtke, Gespräch, Forum DIE UNABHÄNGIGEN – Leipziger Buchmesse, Halle 5, H 309
  • 25.03.2017 | 10.30 Uhr: Sebastian Guggolz, Lesung und Gespräch, Nordisches Forum – Leipziger Buchmesse, Halle 4, Stand C 400

Antanas Škėma, Das weiße Leintuch:

  • 24.03.2017 | 23.00 Uhr: Sebastian Guggolz, Lesung, UV – die Lesung der unabhängigen Verlage, Lindenfels Westflügel, Hähnelstraße 27, 04177 Leipzig
  • 25.03.2017 | 14.30 Uhr: Sebastian Guggolz und Claudia Sinnig, Präsentation, Forum OstSüdOst – Leipziger Buchmesse, Halle 4, Stand E505

Anke Stelling, Fürsorge

Der neue Roman „Fürsorge“ von der wunderbaren Anke Stelling erscheint und hat übermorgen Buchpremiere in Berlin. Die Lektorin hat das Buch – anders als „Bodentiefe Fenster“ – zwar nicht lektoriert, aber immerhin einen Korrekturdurchgang gemacht. Am Mittwoch wird sie die Neuerscheinung mit der Autorin und dem Verlag feiern!

Anke Stelling, FürsorgeAnke Stelling
Fürsorge
Roman, Hardcover, 176 Seiten
Preis: 19,00 €
ISBN: 978-3-95732-232-6

In „Fürsorge“ schildert Anke Stelling das Leben der Berufstänzerin Nadja, die nach dem Ende ihrer Bühnenkarriere als Dozentin an einer Ballettschule arbeitet und dort ihre „Schäfchen“ schindet. Nadja weiß nicht recht, wohin mit sich – trotz ihrer Beziehung und den aufwändigen Abendessen, die ihr Partner veranstaltet. Sie beschließt, erstmals nach vielen Jahren ihre Mutter zu besuchen, die sich seit seiner Geburt um Nadjas sechzehnjährigen Sohn Mario kümmert. Dieser definiert sich und kommuniziert wie seine Mutter ausschließlich über seinen Körper.

Zwischen Mutter und Sohn entwickelt sich – zum Entsetzen der beobachtenden, nicht unmittelbar in die Geschichte involvierten Erzählerin – ein heftiges amouröses Verhältnis. Ein Verhältnis, das niemand sonst zur Kenntnis nehmen will.

Mit „Fürsorge“ hat Anke Stelling einen Roman verfasst, der die verstörende Einsamkeit in unserer Gesellschaft thematisiert und insbesondere auf das Verhältnis zwischen Müttern und Kindern eingeht, das uns nur aus Gewohnheit ganz einfach erscheint.

Anke Stelling, 1971 in Ulm geboren, absolvierte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2004 wurde ihr gemeinsam mit Robby Dannenberg verfasster Roman „Gisela“ verfilmt, 2010 die Erzählung „Glückliche Fügung“. Weitere Veröffentlichungen: „Nimm mich mit“ (2002, gemeinsam mit Robby Dannenberg), „Glückliche Fügung“ (2004) und „Horchen“ (2010). Ihr im Verbrecher Verlag erschienener Roman „Bodentiefe Fenster“ (2015) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 und auf der Hotlist 2015 der unabhängigen Verlage. Er wurde mit dem Melusine-Huss-Preis 2015 ausgezeichnet.

Buchpremiere:
Mittwoch, 08.03.2017, 20:30 Uhr
Fahimi Bar (1. OG), Skalitzer Str. 133, 10999 Berlin
Eintritt: 4 €

Manuel Karasek, Mirabels Entscheidung

Manuel Karasek Mirabels EntscheidungDieses Buch hat die Lektorin im Verbrecher Verlag schon lange begleitet, bevor sie selbst es bearbeitet hat, weshalb sie sich umso mehr freut, es endlich in den Händen zu halten:

Cover_Karasek_Mirabels EntscheidungManuel Karasek
Mirabels Entscheidung
Hardcover, 248 Seiten
Preis: 24,00 €
ISBN: 978-3-95732-193-0

Der junge Javier Torzek steht gemeinsam mit seiner Mutter Mirabel im Januar 1979 im Hamburger Hafen. Beide werden mit einem alten Frachter nach Venezuela fahren. In ein Land, dem Mirabel vor zwanzig Jahren unfreiwillig den Rücken kehrte, um in Deutschland einen wichtigen Punkt im Familienplan zu erfüllen – sich einen wohlhabenden Mann zu angeln. Stattdessen heiratete sie den mittellosen Deutschlehrer und Journalisten Hanns Torzek.

Ihre chaotische Beziehung bildet den Mittelpunk von Manuel Karaseks Debütroman »Mirabels Entscheidung«. Er beschreibt die Fremdheit und die soziale Unsicherheit, die diese Ehe prägen. Beide versuchen, auf unterschiedliche Weise das grundlegende Gefühl von Fremdheit abzulegen und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Dabei werden die Gegensätze ihres Hintergrunds deutlich: Hier das wohlhabende, hochmoderne Industrieland, in dem Hanns Karriere machen wird. Dort eine junge lateinamerikanische Gesellschaft, die das unerwartete Geschenk ihres Erdölreichtums allmählich als Fluch begreift.

Manuel Karasek erzählt in diesem großen Familienporträt von kleinen Hoffnungen und großen Träumen, schildert das Leben zwischen zwei Kulturen und wirft die Frage auf, wo »Heimat« ist.

Manuel Karasek wurde 1967 in Stuttgart geboren. Er wuchs in Hamburg und Caracas auf, 1988 machte er das Abitur auf der Jahn-Gesamtschule Hamburg. 1995 veröffentlichte er den Erzählband »El Tigre«. Für diesen erhielt er den Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung. 1998 erhielt er ein Stipendium des Landes Baden-Würtemberg, 1999 eines des Literarischen Colloquiums Berlin. Seit 2000 lebt Manuel Karasek in Berlin. »Mirabels Entscheidung« ist sein erster Roman.