Detlev van Heest, Junglaub

Ein bezaubernder, niederländischer Japan-Roman:

Cover Heest JunglaubDetlev van Heest
Junglaub. Jahre in Japan
Aus dem Niederländischen von Gerd Busse und Ulrich Faure
Hardcover, 600 Seiten
Preis: 24,00 €
ISBN: 978-3-95732-158-9

Japan zur Jahrtausendwende. Ein niederländisch-deutsches Ehepaar lebt seit Jahren in Chōfu, in einer Siedlung genannt Junglaub, einer kleinen Stadt etwa zwanzig Kilometer vom Zentrum Tokios entfernt. Er, Detlev van Heest, die Japaner nennen ihn Heesto-san, arbeitet als Auslandskorrespondent für niederländische Zeitungen, seine Frau Annelotte in einer japanischen Importfirma für holländische Blumen.

Heestos Produktivität als Journalist ist versiegt, stattdessen schreibt er über seine Nachbarn, wie die zunehmend vergessliche, liebenswerte Frau Suzuki, einen krebskranken Friseur Herrn Bohrinsel, das bitterarme Musikerehepaar Herrn und Frau Siebenseen, den Koch Kenzo, der es an keiner seiner zahlreichen Arbeitsstellen lange aushält oder den steinalten Herrn van Tricht, bei dem nicht ganz klar ist, ob er während des Zweiten Weltkriegs als japanischer Soldat in Südostasien an Kriegsverbrechen beteiligt war …

Im großen Roman »Junglaub« leben die Menschen ihr Leben, meist nebeneinanderher und manchmal auch ein bisschen miteinander. Sie kämpfen mit ihren kleinen und großen Alltagssorgen, klatschen, trinken grünen Tee, grübeln, werden krank, sterben. Und alle reden sie mit Herrn Heesto. Der wiederum diese Gespräche festhält und sie in seinem Buch präsentiert – und damit dem Leser einen neuen, anderen Blick auf Japan ermöglicht. »Junglaub« zeichnet den allmählichen Zerfall einer vergreisenden Gesellschaft am Beispiel seiner zahlreichen Protagonisten. Sein Autor Detlev van Heest schildert in seinem Debütroman den Mikrokosmos des heutigen Japan.

Detlev van Heest, geboren 1956, studierte Geschichte und arbeitete in Japan als Korrespondent mehrerer Tageszeitungen und einer Wochenzeitschrift.Noch im Jahr seines Debütromans »Junglaub« (im Original »De verzopen katten en de Hollander«, 2010) erschien die in Neuseeland spielende Fortsetzung »Pleun«. In 2011 folgte »Het verdronken land«, eine Rückkehr zu den Hauptpersonen von »Junglaub«. Mit »Junglaub« wurde van Heest u. a. für den Librisprijs nominiert. 2014 gab er gemeinsam mit Lousje Voskuil die besten Rezensionen von J. J. Voskuil aus 50 Jahren heraus. Heute lebt er in Amsterdam und arbeitet als Parkraumüberwacher in Noordwijk.

Chaim Noll, Schlaflos in Tel Aviv

Rechtzeitig zur Lesereise von Chaim Noll ist dessen neuer Erzählungsband „Schlaflos in Tel Aviv“ erschienen.

Layout 1Chaim Noll
Schlaflos in Tel Aviv
Hardcover, 250 Seiten
Preis: 21,00 €
ISBN: 978-3-95732-167-1

»Schlaflos in Tel Aviv« versammelt Erzählungen aus mehr als fünfundzwanzig Jahren, realistische und fantastische, über Begegnungen und Begebenheiten. Chaim Noll erzählt von einem Jungen in Berlin, der versucht, sich Geld für eine Fahrkarte zu erbetteln, von jungen Männern, die das erste Mal aus Israel nach Deutschland fliegen, von einer jungen Deutschen, die der Liebe wegen nach Israel zieht, und einem Mann im Ruhrgebiet, der überall schwarze Hunde sieht.

Nolls klarer Blick auf die Menschen prägt diesen Band. Zugleich spiegelt sich in den Geschichten sein bewegtes Leben in der DDR, im West-Berlin der Achtziger- und frühen Neunzigerjahre und sein Leben in Israel heute.

Chaim Noll wurde 1954 unter dem Namen Hans Noll in Ostberlin geboren. Sein Vater war der Schrift­steller Dieter Noll. Er studierte Kunst und Kunstgeschichte in Ostberlin, bevor er Anfang der 1980er Jahre den Wehrdienst in der DDR verweigerte und 1983 nach Westberlin ausreiste, wo er vor allem als Journalist arbeitete. 1991 verließ er mit seiner Familie Deutschland und lebte in Rom. Seit 1995 lebt er in Israel, in der Wüste Negev. 1998 erhielt er die israeli­sche Staatsbür­gerschaft. Chaim Noll unterrichtet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit an der Universität Be’er Sheva und reist regelmäßig zu Lesungen und Vorträgen nach Deutschland.

Veröffentlichungen, u. a.: „Der Abschied“ (1985), „Unheimliche Tage“ (1987), „Berliner Scharade“ (1987), „Der goldene Löffel“ (1989, wieder Verbrecher Verlag 2009), „Nachtgedanken über Deutschland“ (1992), „Taube und Stern. Roma Hebraica. Eine Spurensuche“ (1994), „Die Wüste lächelt“ (2001), „Meine Sprache wohnt woanders. Gedanken zu Deutschland und Israel“ (mit Lea Fleischmann, 2006).

Im Verbrecher Verlag erschienen die Romane „Der Kitharaspieler“ (2008), „Feuer“ (2010), „Die Synagoge“ (2014), der Erzählungsband „Kolja. Geschichten aus Israel“ (2012), der Lyrikband „Kolibri und Kampfflugzeug“ (2015) sowie seine Erinnerungen unter dem Titel „Der Schmuggel über die Zeitgrenze“.

Vicenzo Latronico, Die Verschwörung der Tauben

Die Lektorin freut sich sehr über die neue Zusammenarbeit mit dem Secession Verlag für Literatur. Sie durfte die Übersetzung dieses bereits mehrfach preisgekrönten Romans Korrektur lesen:

Cover LatronicoVincenzo Latronico
Die Verschwörung der Tauben
Roman
aus dem Italienischen übersetzt von Klaudia Ruschkowski
Gebunden ohne Schutzumschlag
336 Seiten
24 €

Wir kämpfen mit aller Kraft um Erfolg, Geld und Glück. Was aber tun, wenn das Talent nicht ausreicht und Fair Play zu nichts führt? Wie viele Niederlagen sind nötig, bis sich eine Taube in einen Falken verwandelt?

Die Verschwörung der Tauben erzählt die Geschichte einer solchen Verwandlung. Alfredo Cannella ist der Sohn eines reichen venezianischen Unternehmers, Donka Berati ein mittelloser Albaner, der mit einem Stipendium im selben Jahrgang wie Alfredo an der Mailänder Wirtschaftsuniversität Bocconi studiert. Beide sind brillant, ambitioniert, entschieden, sich zu nehmen, was sie glauben zu verdienen. Zwischen ihnen erwächst eine Freundschaft, die sie auf ihren zunächst parallelen, dann immer häufiger auch kollidierenden Werdegängen begleitet, die gespickt sind mit Finanzspekulationen, kleinen Betrügereien und großen Immobilienprojekten.

Beide gehen ihre Karriere wie einen Wettstreit an: Alfredo, um seinem Vater zu zeigen, wie er sich irrt, den Sohn für unfähig und verwöhnt zu halten, Donka, um gegen ein scheinbar vorgezeichnetes Schicksal anzugehen. Doch aus einem unfairen Wettstreit geht derjenige als Sieger hervor, der die wenigsten Skrupel hat.

Vor dem Hintergrund eines aus wirtschaftlichen Gründen vereinten Europas und in einem von tiefgreifenden urbanen Transformationen gezeichneten Mailand erzählt Vincenzo Latronico überzeugend und mit Verve von Leidenschaften. Er berührt dabei ein moralisches Problem im Herzen unserer Gesellschaft: die Gründe, Ausflüchte und Entschuldigungen, mit denen wir denjenigen verraten, der uns vertraut.

Ausgezeichnet mit dem Premio Bergamo 2012 und dem Premio Napoli 2012!

Vincenzo Latronico, geb. 1984 in Rom, studierte bei Paolo Valore in Mailand Philosophie, er übersetzte Werke von P. G. Wodehouse, Hanif Kureishi, Francis Scott Fitzgerald und anderen. 2008 erschien sein erster Roman, „Ginnastica e Rivoluzione“, 2009 folgte „La cospirazione delle colombe“ sowie weitere Veröffentlichungen, darunter Texte für das Theater, zuletzt der Roman „La mentalità dell’alveare“. „Die Verschwörung der Tauben“ ist Latronicos erster Roman in deutscher Übersetzung.

Lektorat Wengorz auf der Leipziger Buchmesse 2016

LBM16_LeipzigLiest_rgbDie Lektorin und die von ihr lektorierten Bücher werden während der Leipziger Buchmesse vor allem am Stand des Verbrecher Verlags in Halle 5 Stand G 204 zu finden sein. Sie freut sich auf nette Kolleg*innen, begeisterte Leser*innen und viele tolle Bücher!

Außerdem möchte sie allen folgende Veranstaltungen besonders empfehlen:

UV LesungUV – die Lesung der unabhängigen Verlage
am Freitag, dem 18. März 2016
von 20:00 bis 24:00 Uhr

Es lesen insgesamt achtzehn Autor*innen aus Büchern, die in unabhängigen Verlagen erschienen sind, in jedem Block drei zusammen, eine Stunde lang, dann hat man eine halbe Stunde Zeit, sich ein neues Bier zu holen, eine Zigarette zu rauchen und den Raum zu wechseln, denn: Man muss sich entscheiden – es laufen immer zwei Blöcke parallel, und natürlich sind immer die Lieblingsautor*innen gleichzeitig dran, aber nie im selben Block … Wer sich jetzt schon Gedanken machen will: Das Programm gibt’s hier.

Lindenfels Westflügel
Hähnelstraße 27
04177 Leipzig

Abendkasse: 7,00 € / ermäßigt 5,00 €

Und nach der UV geht man am besten auf die Party der Jungen Verlage und feiert weiter:

Schauspiel Leipzig
Bosestraße 1
04109 Leipzig

Ab 22 Uhr laden ein: asphalt & anders, astikos Verlag, AvivA Verlag, bilgerverlag, ClaraPark, Edit e.V., edition AZUR, Folio Verlag, Hablizel, Junge Verlagsmenschen e.V., Jungle World, Klöpfer und Meyer, kookbooks, LOG.OS Förderverein e.V., mairisch Verlag, Mitteldeutscher Verlag, Open House Verlag, Reprodukt, Salis Verlag, Satyr Verlag, Verbrecher Verlag, Verlagshaus J. Frank | Berlin, Voland & Quist

Eintritt: 5,00 €

Am Samstag, dem 19.03., geht man dann am besten ins Conne Island. Ab 20 Uhr stellen hier auf einer Veranstaltung des Verbrecher Verlags, der Jungle World und des Conne Islands Manja Präkels, Markus Liske und Kirsten Achtelik das Buch „Vorsicht Volk!“ vor. Anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion über LEGIDA mit weiteren Gästen. Und dann kann auch hier gefeiert werden!

Conne Island
Koburger Straße 3
04277 Leipzig

Eintritt: frei

Eine Übersicht mit weiteren Veranstaltungen und Lesungen des Verbrecher Verlags findet sich hier.