Archiv des Autors: Kristina Wengorz

Handliche Bibliothek der Romantik, Band 4–6

Die »Handliche Bibliothek der Romantik« erscheint im Secession Verlag Berlin, und die Lektorin übernimmt gemeinsam mit Joachim von Zepelin die Redaktion der insgesamt fünfzehn wunderschön gestalteten Einzelbände.
Jetzt sind die Bände 4 bis 6 – Teufelsgeschichten, Handarbeit und Stadt – erschienen!

Handliche Bibliothek der Romantik, Teufelsgeschichten, Stadt, Handarbeit, Redaktion, Lektorat, Belegexemplare


Die Reihe wird herausgegeben von Roland Borgards, Mareike Hennig, Christiane Holm, Harald Neumeyer, Günter Oesterle und Dagmar von Wietersheim.

Band 4: Teufelsgeschichten

Herausgegeben von Günter Oesterle
208 Seiten mit Abbildungen, 24 €
ISBN 978-3-96639-003-3

Wenn Jean Paul an den Teufel dachte, dann, so bekannte er, habe er »ihn in seiner gehörnten Larve viel lieber« gehabt. Doch die Aufklärung hatte dem Satan nicht nur die Hörner und den Klumpfuss abgenommen, seine eigenwillige Existenz sollte der Welt ganz ausgetrieben werden. Der Teufel haust fortan im Menschen selbst. Die Romantiker loten die neuen literarischen Möglichkeiten einer poetisch-fantastischen Rediabolisierung im Alltäglichen erzählerisch aus, den Teufel von nebenan.
E.T.A. Hoffmann, Adele Schopenhauer, Heinrich Heine, Achim von Arnim, Edgar Allen Poe, Washington Irving, Friedrich de la Motte Fouqué und die Gebrüder Grimm liefern in diesem Band Beispiele dafür, auf welche neue Weise der Teufel sein Wesen unter uns in der Moderne treibt.

Günter Oesterle war bis zu seiner Emeritierung Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Gießen mit dem Schwerpunkt Kulturpoetik der Romantik. Gegenwärtig ist er Seniorprofessor an der Universität Frankfurt Main.

Band 5: Handarbeit

Herausgegeben von Christiane Holm
208 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, 24 €
ISBN 978-3-96639-004-0

In romantischen Texten wird viel gesponnen, gestrickt und gewoben. Nimmt man den Faden auf, führt er in gesellschaftliche Kernbereiche, die in Bewegung geraten sind: das Geschlechterverhältnis und die Arbeitswelten. Hatte die Aufklärung die textile Handarbeit in der Mädchenerziehung disziplinierend eingesetzt, um Fantasien zu binden, entdeckte die Romantik das Gegenteil: Handarbeit setzt Fantasien frei und macht aus der vermeintlich überholten eine poesiefähige Tätigkeit. Dabei verblieb die literarische Erkundung der Handarbeit nicht im häuslichen Bereich von Schreibstube und Salon, sondern sie stellte sich auch den tiefgreifenden Veränderungen in der Textilindustrie.
Spinnen und Weben, Stricken und Sticken wurden zu einem literarischen Experimentierfeld, in dem Romantikerinnen und Romantiker ihre poetischen und zeitdiagnostischen Stärken voll ausspielen konnten.

Christiane Holm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie befasst sich in ihren Forschungen und auch als Kuratorin von Ausstellungen mit dem Verhältnis von Texten und Dingen.

Band 6: Stadt

Herausgegeben von Dagmar von Wietersheim
208 Seiten mit Abbildungen, 24 €
ISBN 978-3-96639-005-7

Nirgendwo zeigt sich der Epochenwandel im 19. Jahrhundert so umfassend wie in der Stadt. Als Ort der Modernisierung wird sie zur sprudelnden Inspirationsquelle für neue Themen der Literatur. Was ist sie überhaupt? Kultur? Oder schon, wie Carl Gustav Carus postuliert, zur Natur gewordene Lebenswelt des modernen Menschen? Zumal er im Theater eine Bildungsinstitution hat, die sich mit dem Leben so verknüpft, dass Spiel und Wirklichkeit gefährlich ununterscheidbar werden. Neue Netzwerke zum Reden mit- und übereinander reproduzieren die sich beständig ändernden Verhältnisse des Menschen in der Masse, der nur noch vergeblich um Individualität ringt. All das zeigen die Romantiker in ihren Texten auf und vermitteln so ein aus den Fugen geratenes Lebensgefühl, das uns bis heute erreicht.

Dagmar von Wietersheim war Gründungsmitglied der Stiftung für Romantikforschung (1992–2012) und hat zahlreiche literaturwissenschaftliche Studien zur Epoche der Romantik verfasst.

Franziska Tschinderle, Unterwegs in Albanien

Die Lektorin war noch nie in Albanien – umso mehr Freude hatte sie dabei, dieses spannende Land vom Schreibtisch aus zu erkunden, zusammen mit der Autorin die Texte zu bearbeiten und die Fotos auszusuchen.

»In keinem Land Europas scheint die Sonne öfter und länger als hier. Und doch wird man in diesem Buch nicht das Albanien aus den Reiseführern und Hochglanzbroschüren finden, sondern auch die Schattenseiten eines Landes kennenlernen, das noch immer zu den ärmsten in Europa zählt und dem es bis heute schwer fällt, seine dunkle Vergangenheit aufzuarbeiten.«

(Franziska Tschinderle)
Franziska Tschinderle, Unterwegs in Albanien. Meine Reise durch ein unbekanntes Land, Belegexemplar Lektorat

Franziska Tschinderle
Unterwegs in Albanien – Meine Reise durch ein unbekanntes Land
DuMont Reiseabenteuer
278 Seiten, 16,95 €
ISBN: 978-3-7701-6635-0

In den letzten Jahren ist Franziska Tschinderle als Reporterin viel in Südosteuropa herumgekommen – von der Türkei über Nordmazedonien, Montenegro, Serbien, Kroatien bis zum Kosovo. Fasziniert hat sie insbesondere Albanien. In ihrem Buch wirft sie einen Blick auf dieses kleine Balkanland, das man nur verstehen kann, wenn man seine Vergangenheit kennt.

Über Jahrzehnte war es vom Rest der Welt isoliert, 40 Jahre lang herrschte ein kommunistischer Diktator, jede Religion war verboten. Das Albanien von heute ist zwar eine Demokratie, hat aber mit Abwanderung und politischem Stillstand zu kämpfen. Eine Perspektive eint die Menschen dennoch: Sie möchten Teil der EU werden.

Landschaftlich bietet Albanien hohe Berge und traumhafte Strände, kulturell locken antike Ausgrabungen – aber vor allem erlebt man eines: große Gastfreundschaft. Vier Monate ist Franziska Tschinderle mit der albanischen Übersetzerin Aida durch das Land gereist. Über 10.000 Kilometer sind sie gefahren, über 100 Interviews hat sie für das Buch geführt: mit Professoren, Bauern, Studenten und Naturschützern. Sie ist auf Wildflüssen gepaddelt und hat in alten Geheimdienstarchiven gestöbert.

Franziska Tschinderle, geboren 1994, hat Journalismus und Zeitgeschichte in Wien studiert. Ihre Reportagen befassen sich mit Politik und Gesellschaft auf dem Westbalkan. Franziska Tschinderle war Stipendiatin an der Reporter Akademie Berlin und wurde 2017 für einen Text über den Zerfall Jugoslawiens aus Sicht eines Fußballvereins im Kosovo mit dem österreichischen Zeitschriftenpreis ausgezeichnet. »Unterwegs in Albanien« ist ihr Erstlingswerk.

Die Lektorin im Gespräch

Die Lektorin hat sich sehr gefreut, dass sie von Nick Lüthi zum Gespräch eingeladen wurde. Nick Lüthi betreibt den Buchblog BookGazette, auf dem er regelmäßig Buchentdeckungen aus unabhängigen Verlagen vorstellt.

Seit einiger Zeit wird dieser Blog durch einen Podcast ergänzt, in dem sich wöchentlich eine Buchvorstellung aus einem unabhängigen Verlag mit einem Gespräch mit einem Büchermenschen abwechselt.

Zitat aus dem BookGazette-Podcast: "Im Grunde mache ich ja nichts anderes als Literaturkritik, nur dass ich es mache, bevor das Buch herauskommt." Lektorat

In Folge 8 des Podcasts hat Nick Lüthi mit der Lektorin übers Lektorieren und Korrekturlesen sowie über das Lesen an sich gesprochen:

BookGazette-Podcast #8: Literaturkritik im Stillen – Im Gespräch mit Kristina Wengorz.

Beka Adamschwili, In diesem Buch stirbt jeder

Die Lektorin hat sich sehr gefreut, dass sie das neue Buch von Beka Adamaschwili für Voland & Quist (etwas mehr als) Korrektur lesen durfte.
Die zahlreichen popkulturellen und literarische Anspielungen waren dabei eine wunderbare Herausforderung.

Beka Adamaschwili, In diesem Buch stirbt jeder, Belegexemplar auf einer Collage von Büchern und Fotos, Korrektorat

Beka Adamaschwili
In diesem Buch stirbt jeder
Aus dem Georgischen von Sybilla Heinze
Roman
gebunden
208 Seiten, 25 €
ISBN 978-3-86391-252-9

Als Memento Mori eines Morgens aus unruhigen Träumen erwacht, findet er heraus, dass er eine Romanfigur ist und die Superkraft hat, durch Bücher zu reisen. Er setzt sie gegen die gnadenlosen Autorinnen und Autoren der Weltliteratur ein, indem er versucht, ihre Figuren vor dem sicheren Tod zu bewahren: Romeo und Julia etwa will er vom Selbstmord abhalten, und Professor Moriarty stößt er selbst den Reichenbachfall hinunter, um Sherlock Holmes zu helfen. Doch dann erfährt Memento Mori, dass in seinem eigenen Roman jemand sterben soll, und er beschließt, alle Figuren zu retten. Aber sein Gegner ist der allmächtigste Antagonist aller Zeiten — der Autor selbst …

Beka Adamaschwili (geboren 1990 in Tiflis, Georgien) studierte Journalismus und Sozialwissenschaften an der Caucasus University in Tiflis. Für seine Kurzgeschichten, die bereits in frühen Jahren in Magazinen und Zeitungen publiziert wurden, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Als Blogger macht er mit satirisch-humoristischen Postings auf sich aufmerksam. Heute arbeitet Adamaschwili für eine große georgische Werbeagentur.
Beka Adamaschwili wurde mit seinem Debütroman »Bestseller« bekannt, für »In diesem Buch stirbt jeder« wurde er mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet.