Archiv des Autors: Kristina Wengorz

Vier Jahre Lektorat Wengorz

Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Und im letzten Jahr hat sich einiges getan: Die Lektorin hat viele schöne Bücher gemacht und konnte neue Auftraggeber hinzugewinnen. Zu nennen sind da unter anderem der Guggolz Verlag, den sie seit dem aktuellen Frühjahrsprogramm im Korrektorat betreut, der Verlag Voland & Quist, für den sie gerade ein erstes Lektorat macht, oder die Agenturen Rotkel Textwerkstatt und Torat, für die sie in erster Linie Korrektorate übernimmt. Daneben standen auch im letzten Jahr wieder Einzelaufträge für Privatkunden und Firmen. Bei allen neuen Auftraggebern möchte sich die Lektorin für das ihr entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Ein ganz besonderer Dank geht an den Verbrecher Verlag, für den sie auch im vergangenen Jahr wunderschöne Bücher lektorieren durfte und ohne den sie nicht so weit gekommen wäre.

Und dann hebt die Lektorin das Glas auf alle jene, die sie in ihrer Arbeit unterstützen und ihr das auch regelmäßig zeigen: Danke schön!

Oleg Jurjew, Unbekannte Briefe

Die Lektorin ist sehr stolz, dass sie dieses wunderschöne Buch bearbeiten durfte:

Oleg Jurjew Unbekannte Briefe__CoverOleg Jurjew
Unbekannte Briefe
Hardcover, 194 Seiten
Preis: 22,00 €
Verbrecher Verlag
ISBN: 978-3-95732-233-3

»Lieber Kornei Iwanowitsch, nun berichtet die Prawda, dass auch Sie gestorben sind. Das erlaubt mir, in kameradschaftlicherer Weise mit Ihnen zu sprechen – ab und an glaube ich, auch ich sei gestorben.«

Dies schreibt der Schriftsteller Dobytschin an den allseits bewunderten Literaturkritiker, Übersetzer und Kinderbuchautor Tschukowski. Er schreibt dies Jahre nach seinem eigenen vermeintlichen Tod.

Auf verschlungenen Wegen sollen drei Briefe in die Hände Oleg Jurjews gelangt sein: So schreibt nicht nur Dobytschin an Tschukowski und erklärt in dem nie abgeschickten Brief sein Verschwinden und kommentiert das Zeitgeschehen – auch über den Tod des Adressaten hinaus. Auch der kleine Moskauer Literat Iwan Pryschow schreibt einen Brief. Er wendet sich an Fjodor Dostojewski, dem er als Vorbild für eine Figur in »Die Dämonen« diente. Mit diesem Bild ist der alkoholkranke Pryschow ganz und gar nicht einverstanden und hält sich auch mit antisemitischen Invektiven gegen Dostojewski nicht zurück. Dann wieder sucht er dessen Verständnis und verweist auf die gemeinsame Kindheit. Der dritte Brief stammt von Jakob Michael Reinhold Lenz. Krank meldet er sich bei seinem Gönner Karamsin – wahrscheinlich am Tag seines Todes. Verwirrt wendet sich Lenz plötzlich an seinen Freund Goethe, an seinen Vater, dann wieder erneut an Karamsin …

Zusammen ergeben die Briefe einen Roman über Tod und Unsterblichkeit. Zugleich ist dieses Buch eine Hommage an die Jahrhunderte des Briefeschreibens. Der Auffinder der Poststücke, der bekannte russisch-deutsche Autor Oleg Jurjew, der die Briefe nur übersetzt haben will, ist selbstverständlich ihr Verfasser. »Unbekannte Briefe« ist Jurjews erster auf Deutsch verfasster Roman.

Oleg Jurjew, geboren 1959 in Leningrad, lebt seit 1991 mit seiner Frau, der Autorin Olga Martynova, in Frankfurt am Main. Er ist Lyriker, Romancier, Dramatiker, Essayist und Ubersetzer. Er veröffentlichte in deutscher Übersetzung die Romane »Frankfurter Stier« (2001), »Spazier gänge unter dem Hohlmond« (2002), »Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise« (2003) und »Die russische Fracht« (2009), zuletzt erschienen eine Neuausgabe seines Romans »Halbinsel Judatin« sowie das Poem »Von Zeiten«.

Leipziger Buchmesse

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Auch dieses Jahr sind die von der Lektorin bearbeiteten Bücher und die Lektorin vom 23. bis 26. März auf der Leipziger Buchmesse vertreten.

Zu finden sind sie bzw. die Bücher vor allem am Stand des Verbrecher Verlags (Halle 5, G 204) und – ganz in der Nähe – dem des Guggolz Verlags (Halle 5, G 104).

logo KWSBesonders freut sich die Lektorin darauf, dass der Guggolz Verlag auf der Messe mit dem Kurt Wolff Förderpreis ausgezeichnet wird. Die Preisverleihung findet am Freitag, den 24. März, um 13 Uhr, im Forum DIE UNABHÄNGIGEN (Halle 5, H 309) statt.

Außerdem treibt sich die Lektorin auf folgenden Veranstaltungen rum:

Wie jedes Jahr ist sie am Donnerstag, dem 23. März, auf der Langen Leipziger Lesenacht in der Moritzbastei (Universitätsstraße 9, 04109 Leipzig). Einlass dort ist ab 18 Uhr, die Lesungen beginnen ab 19 Uhr.

UVUnd am Freitag, dem 24. März, ist sie auf der UV – die Lesung der unabhängigen Verlage zu finden. Die Veranstaltung, die ab 20 Uhr im Lindenfels Westflügel (Hähnelstraße 27, 04177 Leipzig) beginnt, sei jedem/jeder ganz besonders ans Herz gelegt.

Party der jungen Verlage 2017Anschließend (ab 22 Uhr) kann direkt um die Ecke auf der Party der jungen Verlage im Westwerk (Karl-Heine-Str. 87) weitergefeiert werden.

Die Bücher, an denen die Lektorin mitgearbeitet hat, werden an folgenden Terminen vorgestellt:

Anke Stelling, Fürsorge:

  • 23.03.2017 | 15.30 Uhr: Leseinsel der Jungen Verlage – Leipziger Buchmesse, Halle 5, G 200
  • 23.03.2017 | 22.00 Uhr: Lange Leipziger Lesenacht, Moritzbastei, Universitätsstr. 9, 04109 Leipzig

J. J. Voskuil, Das Büro:

  • 24.03.2017 | 20.00 Uhr: Sächsisches Psychatriemuseum, Durchblick e. V., Mainzer Str. 7, 04109 Leipzig

Harry Martinson, Reisen ohne Ziel:

  • 24.03.2017 | 15.00 Uhr: Sebastian Guggolz, Lesung und Gespräch, Nordisches Forum – Leipziger Buchmesse, Halle 4, Stand C 400
  • 24.03.2017 | 16.00 Uhr: Sebastian Guggolz und Klaus-Jürgen Liedtke, Gespräch, Forum DIE UNABHÄNGIGEN – Leipziger Buchmesse, Halle 5, H 309
  • 25.03.2017 | 10.30 Uhr: Sebastian Guggolz, Lesung und Gespräch, Nordisches Forum – Leipziger Buchmesse, Halle 4, Stand C 400

Antanas Škėma, Das weiße Leintuch:

  • 24.03.2017 | 23.00 Uhr: Sebastian Guggolz, Lesung, UV – die Lesung der unabhängigen Verlage, Lindenfels Westflügel, Hähnelstraße 27, 04177 Leipzig
  • 25.03.2017 | 14.30 Uhr: Sebastian Guggolz und Claudia Sinnig, Präsentation, Forum OstSüdOst – Leipziger Buchmesse, Halle 4, Stand E505

Anke Stelling, Fürsorge

Der neue Roman „Fürsorge“ von der wunderbaren Anke Stelling erscheint und hat übermorgen Buchpremiere in Berlin. Die Lektorin hat das Buch – anders als „Bodentiefe Fenster“ – zwar nicht lektoriert, aber immerhin einen Korrekturdurchgang gemacht. Am Mittwoch wird sie die Neuerscheinung mit der Autorin und dem Verlag feiern!

Anke Stelling, FürsorgeAnke Stelling
Fürsorge
Roman, Hardcover, 176 Seiten
Preis: 19,00 €
ISBN: 978-3-95732-232-6

In „Fürsorge“ schildert Anke Stelling das Leben der Berufstänzerin Nadja, die nach dem Ende ihrer Bühnenkarriere als Dozentin an einer Ballettschule arbeitet und dort ihre „Schäfchen“ schindet. Nadja weiß nicht recht, wohin mit sich – trotz ihrer Beziehung und den aufwändigen Abendessen, die ihr Partner veranstaltet. Sie beschließt, erstmals nach vielen Jahren ihre Mutter zu besuchen, die sich seit seiner Geburt um Nadjas sechzehnjährigen Sohn Mario kümmert. Dieser definiert sich und kommuniziert wie seine Mutter ausschließlich über seinen Körper.

Zwischen Mutter und Sohn entwickelt sich – zum Entsetzen der beobachtenden, nicht unmittelbar in die Geschichte involvierten Erzählerin – ein heftiges amouröses Verhältnis. Ein Verhältnis, das niemand sonst zur Kenntnis nehmen will.

Mit „Fürsorge“ hat Anke Stelling einen Roman verfasst, der die verstörende Einsamkeit in unserer Gesellschaft thematisiert und insbesondere auf das Verhältnis zwischen Müttern und Kindern eingeht, das uns nur aus Gewohnheit ganz einfach erscheint.

Anke Stelling, 1971 in Ulm geboren, absolvierte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2004 wurde ihr gemeinsam mit Robby Dannenberg verfasster Roman „Gisela“ verfilmt, 2010 die Erzählung „Glückliche Fügung“. Weitere Veröffentlichungen: „Nimm mich mit“ (2002, gemeinsam mit Robby Dannenberg), „Glückliche Fügung“ (2004) und „Horchen“ (2010). Ihr im Verbrecher Verlag erschienener Roman „Bodentiefe Fenster“ (2015) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 und auf der Hotlist 2015 der unabhängigen Verlage. Er wurde mit dem Melusine-Huss-Preis 2015 ausgezeichnet.

Buchpremiere:
Mittwoch, 08.03.2017, 20:30 Uhr
Fahimi Bar (1. OG), Skalitzer Str. 133, 10999 Berlin
Eintritt: 4 €