Archiv der Kategorie: Projekte

Harun Farocki, Lerne das Einfachste!

Die Lektorin hat sich sehr gefreut, dass sie auch bei diesem Band wieder vom Harun-Farocki-Institut* für Lektorat und Korrektorat angefragt wurde. Erst bei der Arbeit mit den Texten hat sie dann festgestellt, dass die Installation »Deep Play«, vor der sie 2007 auf der »documenta 12« ziemlich viel Zeit verbrachte, von Farocki stammt.

* Eigenschreibweise: Harun Farocki Institut

Foto des Buches Harun Farocki, Lerne das Einfachste! Texte 2001–2014. Schriften. Band 6. Das Cover des Buches ist dunkelblau, die einfache Schrift darauf weiß. Unter dem Buch ist ein Ausschnitt aus einem Katalog der documenta 12 zu sehen. Aufgeschlagen ist es bei Fußballbildern aus der Installation »Deep Play« von Farocki. Beide Bücher liegen auf hellgrauem Hintergrund.

Harun Farocki
Lerne das Einfachste!
Texte 2001–2014
Hg. v. Volker Pantenburg
(n. b. k. Diskurs 18: Schriften Band 6)
Verlag der Buchhandlung Walther und Frank König
453 Seiten, 19,90 €
ISBN: 978-3-7533-0325-3

In den Jahren 2001 bis 2014 wird Harun Farockis Werk immer stärker im Feld der zeitgenössischen Kunst wahrgenommen. Internationale Einzelpräsentationen und die Beteiligung an großen Ausstellungen wie der »documenta 12« (2007) begleitet Farocki mit Reflexionen über die veränderten Bedingungen, unter denen die kontinuierliche, nun häufig in modularen Serien organisierte Produktion stattfindet. Seine Texte kommentieren und kontextualisieren einerseits die Arbeit an den installativen Zyklen »Auge/Maschine«, »Ernste Spiele« und »Parallele« sowie der aufwendigen 12-Kanal-Installation »Deep Play« zum Fußball-WM-Finale 2006. Sie bieten andererseits, im Umkreis des Films »Aufschub« und der Workshopserie »Eine Einstellung zur Arbeit«, Gelegenheit, auf zentrale Themen wie die Darstellung der Lager oder den wandelnden Status von Arbeit zurückzukommen.

Im Sommer 2014 wird die über fünfzig Jahre hinweg nicht nachlassende Produktivität Farockis durch dessen plötzlichen Tod beendet.
Der Band enthält ein Nachwort des Herausgebers Volker Pantenburg.

Harun Farocki (1944–2014) war ein deutscher Filmemacher, Autor und Hochschuldozent für Film. Er war einer der wichtigsten Essayfilmer und hat mehr als 90 Filme realisiert.

Tomer Dotan-Dreyfus, Birobidschan

Der erste Frühjahrstitel ist da!
Die Lektorin hat sehr gerne das Lektorat dieses Titels übernommen, gerade weil sie zusammen mit dem Autor einige echte Knoten zu lösen hatte – in einem Text, der über viele Jahre hinweg entstanden ist.
Das Buch erscheint offiziell am 20. Februar.

Foto des Buches „Birobidschan“ von Tomer Dotan-Dreyfus. Das Cover ist überwiegen schwarz bzw. in Grautönen gehalten, die Schrift ist weiß. Zu sehen ist ein Mann, der auf einer großen Maschine steht, es sieht „historisch“ aus. Oben über das Cover verlaufen mehrere weiße Linien, zunächst parallel, dann sich überkreuzend und verschlingend, anschließend erneut parallel. Das Buch liegt auf violett blühender Winterheide, die die Farbe eines Aufklebers auf dem Cover mit einem Blurb von Knut Elstermann aufnimmt: „Lebensklug, tragisch und merkwürdig komisch.“ Lektorat

Tomer Dotan-Dreyfus
Birobidschan
Roman
Voland & Quist
Hardcover
324 Seiten, 24 €
ISBN: 978-3-86391-347-2

Sibirien, 1908. Ein Knall erschüttert den sibirischen Wald Tunguska. Zwei Jahrzehnte später plant Stalin eine jüdisch-sozialistische Autonomie an der Grenze zu China: Birobidschan. Was als stalinistisches Experiment der 1930er-Jahre scheitert, wird in Tomer Dotan-Dreyfus’ Debütroman zum Dreh- und Angelpunkt einer funkensprühenden Geschichte: Da sind Alex und Rachel, verliebt seit Kindertagen. Boris Klayn, Fischer und Ur-Birobidschaner. Gregory und Sascha, enge Freunde, einer hat Depressionen, der andere nimmt ihn mit auf einen Roadtrip gen Tunguska. Dmitrij, der Angst vor Wölfen hat.
Das Leben in Birobidschan geht seinen Gang, die kleinen und großen Sorgen der Bewohner drehen sich fern allen Weltgeschehens – bis sich die Ereignisse überschlagen: Zwei fremde Männer und ein stummes Mädchen bringen die idyllische Gemeinschaft zum Bersten.

In »Birobidschan« erzählt Tomer Dotan-Dreyfus die so unwahrscheinliche wie charmante Geschichte eines jüdisch-sozialistischen Schtetls in Sibirien und knüpft damit an die jiddische Erzähltradition und den magischen Realismus an.
Ein gewitzter Debütroman, eigenwillig und voller Fabulierlust.

Tomer Dotan-Dreyfus, 1987 in Haifa geboren, lebt seit zehn Jahren in Berlin und ist als freier Autor, Lyriker und Übersetzer tätig. Er studierte Philosophie und Komparatistik in Berlin, Wien und Paris und schreibt sowohl in hebräischer als auch in deutscher Sprache. Für die Arbeit an »Birobidschan« erhielt er 2020 ein einjähriges Stipendium des Berliner Senats, außerdem wurde er für das Übersetzungsprogramm Jewish Writers in Translation 2021 der Jewish Book Week in London ausgewählt. Im September 2021 war er zu Gast auf dem Meridian Czernowitz International Poetry Festival in der Ukraine. 2022 erschien sein Essay-Band »Meine Forschung zum O: Unlearning Sprache« (Gans Verlag Berlin). »Birobidschan« ist sein erster Roman.

Agata Półtorak, Märchen aus den Tiefen der Ostsee

Ein wundervoll gestaltetes Kinderbuch zum Selbst- und zum Vorlesen über die Tierwelt an und in der Ostsee, bei dem die Lektorin das Korrektorat übernommen hat.
Unbedingte Empfehlung für den nächsten Urlaub mit Kindern an der Ostsee!

Foto des Buches »Märchen aus den Tiefen der Ostsee« von Agata Półtorak. Auf dem Cover sind stilisierte blaue und türkisfarbene Wellen zu sehen, zwischen denen drei rote und orangefarbene Fische herumschwimmen. Das Buch liegt auf dunkelblauem Hintergrund.

Agata Półtorak
Märchen aus den Tiefen der Ostsee
(dt. v. Magdalena Kotzurek)
Wydawnictwo Marpress
Hardcover, farbig illustriert
140 Seiten, 9,99 €
ISBN: 978-83-7528-280-1

Was lebt dort auf dem Grund der Ostsee? Ist es eine Muschel, ein Stein, eine ruhende Qualle oder vielleicht ein Märchen? In 21 Geschichten nimmt Agata Półtorak die Leser*innen mit auf eine Reise in die Tiefen der Ostsee. Sie erfahren, wie sich das Meer entwickelt hat, wer seine Bewohner sind und wie unser Verhalten deren Leben beeinflusst. Ein kleines Lexikon im zweiten Teil des Buches hilft dabei, die Helden dieser Geschichten besser kennenzulernen.

Agata Półtorak ist die Autorin und Illustratorin vieler in Polen sehr beliebter Kinderbücher. Sie veranstaltet regelmäßig literarische und kreative Workshops für Kinder und deren Eltern. Ihrer Leidenschaft für das Geschichtenerzählen widmet sie sich zudem in Form des japanischen Papiertheaters Kamishibai. Mit ihrem Mann und ihren Töchtern lebt sie in Sopot.

Aleksandra Majdzińska, Morkut

Für den polnischen Verlag Wydawnictwo Marpress hat die Lektorin das Übersetzungslektorat dieses sehr eindrücklichen Erzählungsbandes übernommen.

Foto des Buches „Morkut“ von Aleksandra Majdzińska, auf dessen Cover ein grob gewebtes Textil mit Stickereien und Flecken, das teilweise mit schwarzer Asche bedeckt ist, zu sehen ist. Das Buch liegt auf einem löchrigen Küchenhandtuch; rechts daneben ein hölzerner Kochlöffel und ein ebensolcher Quirl.

Aleksandra Majdzińska
Morkut und andere Erzählungen
(dt. v. Magdalena Kotzurek)
Wydawnictwo Marpress
Softcover
104 Seiten, 9,99 €
ISBN: 978-83-7528-279-5

Morkut heißt eigentlich Magda und hat acht Geschwister. Die Familie ist arm, und nun ist auch noch Morkuts Mutter gestorben. Immerhin darf sie nun endlich die hübschen Schuhe anziehen, die sie sich schon immer gewünscht hat …

Aleksandra Majdzińska rückt in ihren Erzählungen die kleinen Dinge und die Außenseiter in den Mittelpunkt. Sie verleiht jenen eine Stimme, die allzu oft überhört werden, und erzählt jene Geschichten, die man – nicht nur in Polen – lange allzu gern unter den Teppich gekehrt hat. Es geht um Heimat und deren Verlust, um Schuld und Scham, um Gewalt und nationale Traumata. Die oft düsteren Bilder sind eindringlich und bleiben im Gedächtnis.

Aleksandra Majdzińska kommt aus dem polnischen Stara Dąbrowa. Sie ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin und hat lange im Ausland Polnisch unterrichtet. Für das Drehbuch zum Film »Mleczny brat« (Milky Brother; Regie: Vahrama Mkhitaryan) erhielt sie einen Preis beim Internationalen Filmfestival »Goldene Aprikose« in Jerewan und wurde für den Jan-Machulski-Preis nominiert. Sie war u. a. Stipendiatin des polnischen Kulturministeriums. Für ihr literarisches und kulturelles Schaffen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.